Rund 120 Kilometer, eine 50 Kilogramm schwere Fahrerin und ein insgesamt guter Alltagseindruck: Der EVERCROSS EV10S Max ABE punktet mit Fahrkomfort, zuverlässigen Bremsen und einem ergiebigen Akku. Nach dem Evercross-E-Bike EK20 haben wir nun auch den E-Scooter der Marke ausprobiert. Besonders praktisch sind die Blinker und die zusätzliche Sperre per App. Zwei Dinge stören: Das Trittbrett könnte breiter ausfallen, und die Geschwindigkeitsanzeige wechselte gelegentlich ohne bewusste Umstellung von km/h auf Meilen pro Stunde.

Transparenz

EVERCROSS hat das Testgerät kostenlos zur Verfügung gestellt. Unsere etwa 50 Kilogramm schwere Fahrerin legte insgesamt rund 120 Kilometer zurück. Das ist die gesamte Teststrecke, keine Reichweite pro Ladung. Die Fotos stammen aus der Redaktion. Der Hersteller hat diesen Artikel vor der Veröffentlichung nicht gesehen; externe Angaben sind gekennzeichnet.

Unser Testurteil

Der EVERCROSS EV10S Max ABE hat sich im Alltag mit unserer leichten Fahrerin als komfortabler Scooter mit zuverlässigen Bremsen und guter Akkuausdauer erwiesen. Die funktionierende App-Sperre und die Blinker sind nützliche Extras. Empfehlenswert für Stadtwege mit gut erreichbarem Abstellplatz; wer viel Platz für die Füße braucht oder täglich Treppen überwinden muss, sollte Standfläche und Gewicht vor dem Kauf prüfen.

Modell und Preis: Auf den Akku kommt es an

Der graue Rahmen, die gelben Akzente und die goldfarbenen hinteren Federbeine machen den Scooter optisch gut erkennbar. Unser Testgerät ist der EV10S MAX ABE mit 15,6-Ah-Akku. Das bestätigt die mitgelieferte Datenbestätigung, deren Fahrzeugnummer mit Rahmen und Typenschild übereinstimmt. Das Typenschild weist Baujahr 2026, 20 km/h und ABE P502 aus.

Der deutsche Herstellershop bündelt unter EV10S MAX ABE eine Ausführung mit 15,6 Amperestunden und eine mit 27 Amperestunden. Am 7. September 2026 waren sie für 459,99 beziehungsweise 569,99 Euro bestellbar. Beide arbeiten laut Anbieter mit 48 Volt. Rechnerisch ergibt das 748,8 beziehungsweise 1.296 Wattstunden gespeicherte Energie. Die größere Batterie bietet damit rund 73 Prozent mehr Nennkapazität für 110 Euro Aufpreis.

Wer kurze Strecken fährt und am Abstellplatz laden kann, muss für eine selten genutzte Reserve nicht automatisch mehr bezahlen. Ein größerer Akku ist außerdem kein Nachweis einer bestimmten Fahrstrecke: Wie viel Energie der Scooter pro Kilometer benötigt, entscheidet mit darüber, wann die nächste Steckdose nötig wird.

Drei Fakten zur Einordnung

  • Hersteller: Das Typenschild unseres EV10S MAX nennt Zhejiang Kuantu Industry and Trade Co., Ltd.; dieselbe Firma steht im EU-Data-Act-Dokument zur Modellreihe.
  • Andere Länderversion: EVERCROSS verkauft auch einen EV10S MAX mit 25 km/h ohne deutsche ABE; der gemeinsame Modellname macht ihn nicht zur deutschen Straßenversion.
  • Gesetzliche Einordnung: Für den hier behandelten E-Scooter sind höchstens 20 km/h bauartbedingte Geschwindigkeit und 500 Watt Nenndauerleistung maßgeblich, wie das Bundesverkehrsministerium erläutert.

Lieferung und Zubehör: Das Wesentliche liegt bei

Das Gerät kam Anfang August per GLS, weitgehend vormontiert und zwischen großen Schaumstoffelementen verpackt. Lenker und Lenkstange liegen für den Transport über dem Trittbrett. Räder und Fahrwerk sind bereits montiert.

Grauer EVERCROSS EV10S Max nach dem Auspacken mit Ladegerät, Lenkertasche, Anleitung, Werkzeug und Kabelschloss
Zum bereitgestellten Gerät gehören unter anderem Ladegerät, Lenkertasche, Werkzeug und Kabelschloss.

Zum Zubehör gehören das Netzteil mit Netzkabel, eine deutschsprachige Anleitung, Befestigungsmaterial mit Werkzeug, gelbe Reflexstreifen, eine kleine Lenkertasche und ein Zahlenschloss mit Kabel. Die Tasche lässt sich mit Bändern an der Lenkstange befestigen. Kleine Gegenstände finden dort Platz, ohne die Trittfläche zu belegen.

Den Lieferumfang sollten Sie trotzdem mit Ihrer konkreten Bestellung vergleichen. Zubehörpakete können sich ändern, ebenso die Ausführung des Scooters. Die vorhandenen Teile ersetzen außerdem nicht den Blick in die Anleitung: Gerade die Befestigung des Lenkers und die Verriegelung der Faltstelle müssen vor der ersten Fahrt stimmen. Kontrollieren Sie nach der Montage, ob alle vorgesehenen Schrauben fest sitzen und die Lenkstange sicher eingerastet ist.

Das beiliegende Kabelschloss würden wir als Zugabe behandeln. Für einen regelmäßig draußen abgestellten Scooter gehört ein passendes Schloss in die eigene Kostenplanung. Prüfen Sie einen festen Anschließpunkt am Fahrzeug und am Abstellort.

Bedienung: Gute App, praktische Blinker, eine Display-Macke

Das Cockpit unseres Exemplars ist übersichtlich aufgebaut: links der mechanische Bremshebel, mittig das Display und rechts der Daumengashebel. Darüber sitzt eine Bedieneinheit mit Richtungspfeilen. Der Bildschirm zeigt die Geschwindigkeit in großen Ziffern, darunter die Fahrstufe, die Tagesstrecke und den Akkustand als Balken.

Eingeschaltetes EV10S-Max-Display mit Geschwindigkeitsanzeige, Fahrstufe, Tagesstrecke und Akkubalken zwischen Bremshebel und Daumengas
Tempo, Fahrstufe, Tagesstrecke und Akkubalken sind direkt am Lenker ablesbar.

Die Akkubalken geben eine grobe Orientierung. Vergleichen Sie auf Ihrem regelmäßigen Weg den Ladezustand bei Abfahrt und Ankunft. So entwickeln Sie ein Gefühl dafür, wie viel Reserve für Umwege übrig bleibt; eine genaue Reststrecke in Kilometern lässt sich aus den Balken allein nicht ablesen.

Die App EVERCROSS PRO funktioniert bei uns gut. Besonders praktisch findet unsere Fahrerin die Möglichkeit, den Scooter zusätzlich elektronisch zu verschließen. Das ist eine sinnvolle Ergänzung beim Abstellen. Ein mechanisches Schloss ersetzt diese Funktion allerdings nicht: Die App verbindet den Roller nicht mit einem festen Gegenstand und verhindert nicht, dass jemand ihn wegträgt.

Auch die Blinker haben sich als nützlich erwiesen. Die Bedieneinheit sitzt rechts oberhalb des Gashebels und ist mit dem Daumen erreichbar. Für die Richtungsanzeige können die Hände am Lenker bleiben. Das ist ein praktischer Vorteil im Stadtverkehr. Schulterblick und Aufmerksamkeit für andere Verkehrsteilnehmer bleiben nötig.

Die auffälligste Macke betrifft die Geschwindigkeitseinheit. Gelegentlich stellte sich die Anzeige ohne bewusste Umstellung von km/h auf mph um. Das irritiert, weil die vertraute Geschwindigkeitszahl plötzlich anders aussieht: 20 km/h entsprechen rund 12,4 mph. Eine Ursache für den Wechsel haben wir bisher nicht geklärt. Wir können deshalb auch nicht sagen, ob eine Einstellung oder ein Softwarefehler dahintersteckt.

Auf die Einheit achten

Zeigt der Scooter plötzlich ungewöhnlich niedrige Zahlen, prüfen Sie zuerst, ob auf dem Display km/h oder mph steht. Kontrollieren beziehungsweise ändern Sie die Einheit im Stand. Der gelegentliche Wechsel ist ein konkreter Befund unseres Testgeräts; daraus lässt sich kein allgemeiner Serienfehler ableiten.

Fahrkomfort und Bremsen: Im Alltag zuverlässig

Vorne sitzt eine Teleskopgabel, hinten sind zwei Federbeine verbaut. Hinzu kommen die profilierte Trittfläche, Schutzbleche über beiden Rädern und ein seitlicher Ständer. Die gelben Akzente setzen die Räder optisch vom grauen Rahmen ab, die goldfarbenen Federbeine bleiben gut sichtbar.

Im Alltag fällt das Urteil unserer Fahrerin positiv aus: Der Fahrkomfort ist gut, die Bremsen haben zuverlässig gearbeitet. Die geringe Belastung durch eine 50 Kilogramm schwere Fahrerin gehört zur Einordnung dieses Ergebnisses. Bei deutlich höherem Fahrergewicht können sich Federung und Bremsverhalten anders anfühlen.

Beim Platz für die Füße bleibt ein Abstrich. Das Trittbrett ist nicht besonders großzügig in der Breite; unsere Fahrerin hätte hier gern etwas mehr Raum. Wer die Füße oft umstellt oder mit großen Schuhen fährt, sollte das vor der Bestellung ausprobieren. Eine strukturierte Oberfläche ist hilfreich, macht eine knapp bemessene Standfläche aber nicht größer.

Nahaufnahme des EV10S-Max-Hinterrads mit goldfarbenem Federbein, gelbem Felgenring und seitlichem Reflektor
Das Hinterrad im Detail: Das goldfarbene Federbein sitzt zwischen Rahmen und Hinterradschwinge.

Einen passenden Vergleich liefert Christoph Wisbergs Praxisbericht bei Special-E vom 17. August 2026. Er behandelt ausdrücklich die ABE-Ausführung mit 15,6-Ah-Akku. Die Redaktion beschreibt eine sanfte Gasannahme und ein stabiles Fahrverhalten auf Asphalt, Pflaster und leichtem Schotter. Ihr Fahrwerk dürfte nach ihrem Eindruck etwas weicher reagieren. Bei der Vorderradbremse bemängelt sie einen vergleichsweise kräftigen ersten Zugriff, der dosierte Bedienung verlangt.

Special-E kennzeichnet sein kostenlos bereitgestelltes Testmuster. Gemessene Bremswege oder eine Kilometerreichweite pro Ladung enthält der Bericht nicht.

Für Ihre Probefahrt ergeben sich daraus zwei sinnvolle Schwerpunkte: Fahren Sie nicht nur über glatten Asphalt, sondern auch über die Fugen und das Pflaster Ihrer üblichen Strecke. Und prüfen Sie die Bremsdosierung zunächst bei niedriger Geschwindigkeit auf einer freien, geeigneten Fläche. Die Zahl der Federbeine und das Wort E-ABS sagen Ihnen noch nicht, ob sich das Zusammenspiel für Sie angenehm bedienen lässt.

PunktUnser BefundFür die Kaufentscheidung
Fahrwerk und BremsenGuter Komfort, Bremsen im Alltag zuverlässigErfahrung mit rund 50 kg Fahrergewicht, keine Bremswegmessung.
BedienungApp und zusätzliche Sperre funktionieren gut; Blinker praktischGelegentlich unbeabsichtigter Wechsel der Anzeige auf mph.
StandflächeTrittbrett könnte breiter seinMit den üblichen Schuhen die bevorzugte Fußstellung prüfen.
TransportLenkstange lässt sich über das Trittbrett klappenDer Scooter wird niedriger; Räder und Trittbrett behalten ihre Länge.
ZubehörTasche, Netzteil, Anleitung, Werkzeug und Kabelschloss beim RedaktionsgerätLieferumfang des aktuellen Angebots gegenprüfen.

Akku: Viel Ausdauer für unsere leichte Fahrerin

Der 15,6-Ah-Akku gehört für unsere Fahrerin zu den Stärken des Scooters: Im bisherigen Alltag hat er sich als sehr ergiebig erwiesen. Das ist ein positives Nutzungsurteil nach insgesamt rund 120 Kilometern. Diese 120 Kilometer sind die bisherige Teststrecke, ausdrücklich nicht die Reichweite einer einzelnen Ladung.

Die deutsche Produktseite wirbt für 15,6 Ah mit bis zu 85 Kilometern. Bei 27 Ah reichen ihre Angaben bis zu 150 Kilometer. Das sind Herstellerwerte. Auf der Seite stehen zudem beide Akkus neben einem allgemeinen Technikblock, der die größere Batterie beschreibt. Wer nur diese Tabelle liest, kann leicht Daten der teureren Version für Eigenschaften der günstigeren halten.

Eine vollständig protokollierte Fahrt von voll bis leer liegt für diesen Artikel nicht vor. Deshalb bleibt es beim belegten Eindruck der guten Ausdauer. Für eine vergleichbare Reichweitenmessung wären zusätzlich Geschwindigkeit, Höhenprofil, Temperatur und Reifenzustand festzuhalten. Mit etwa 50 Kilogramm ist unsere Fahrerin außerdem leicht; bei höherer Belastung sollten Sie nicht automatisch dieselbe Ausdauer erwarten.

Unser Rat für die Planung ist deshalb einfach: Rechnen Sie zuerst Hin- und Rückweg zusammen und überlegen Sie, wo Sie tatsächlich nachladen können. Zehn Kilometer zur Arbeit sind ohne Lademöglichkeit dort ein täglicher Bedarf von zwanzig Kilometern. Für Umwege und Tage mit Gegenwind brauchen Sie zusätzliche Reserve. Erst danach wird die Frage sinnvoll, ob die kleinere Batterie genügt oder der Aufpreis zur größeren Ihren Alltag erleichtert.

Bei beispielhaften 35 Cent pro Kilowattstunde entspricht der nominelle Akkuinhalt Stromkosten von rund 26 Cent für 748,8 Wh beziehungsweise 45 Cent für 1.296 Wh. Ladeverluste kommen hinzu. Die Rechnung zeigt: Für die Kaufentscheidung sind ein geeigneter Ladeplatz und passende Akkureserven meist wichtiger als geringe Unterschiede bei den Stromkosten.

Vor dem Kauf schriftlich festhalten

Lassen Sie sich Akkuangabe, deutsche ABE-Ausführung und Lieferumfang für die ausgewählte Variante bestätigen. Speichern Sie das konkrete Angebot zusammen mit der Bestellbestätigung. Eine gemeinsame Überschrift oder derselbe Produktlink reicht bei wechselnden Varianten nicht aus, um später eindeutig zu sehen, was bestellt wurde.

Zusammenklappen: Gut fürs Verstauen, begrenzt fürs Tragen

Zusammengeklappt liegt die Lenkstange schräg über dem Trittbrett und reicht bis zum Heck. Für den Kofferraum oder eine freie Ecke zu Hause ist diese Form günstiger als die aufrecht stehende Lenkstange. Die beiden Räder stehen weiterhin im selben Abstand, und der Lenker bleibt quer zur Fahrtrichtung.

Zusammengeklappter EVERCROSS EV10S Max mit über dem Trittbrett liegender Lenkstange und montierter Tasche
Gefaltet sinkt vor allem die Höhe. Die Länge des Scooters bleibt erhalten.

Die mitgelieferte Datenbestätigung nennt für unser Exemplar 20,8 Kilogramm Leermasse und die Abmessungen 122,1 × 54,6 × 122,3 Zentimeter für Länge, Breite und Höhe. Das sind Angaben aus den Fahrzeugpapieren, keine eigenen Messwerte. Auch mit der kleineren Batterie bleibt damit ein Gerät von mehr als 20 Kilogramm, das Sie vor einem Kauf mit täglicher Tragepflicht selbst anheben sollten.

In den Papieren stehen außerdem 120 Kilogramm zulässige Gesamtmasse. Darin ist das Fahrzeug bereits enthalten: Abzüglich der angegebenen Leermasse bleiben rechnerisch 99,2 Kilogramm für die fahrende Person, Gepäck und zusätzliches Zubehör. Verwechseln Sie Gesamtmasse deshalb nicht mit erlaubtem Fahrergewicht und prüfen Sie die Angaben für Ihr konkretes Exemplar.

Prüfen Sie vor dem Kauf Treppen, Aufzüge und die Kofferraumöffnung auf Ihrem üblichen Weg. Wer den Scooter täglich mehrere Stockwerke tragen muss, sollte das konkrete Modell vorher anheben. Messen Sie auch die Öffnung des Kofferraums: Die Fläche dahinter allein entscheidet nicht, ob sich das gefaltete Gerät gut einladen lässt.

Für einen ebenerdigen Arbeitsweg mit sicherem Stellplatz ist das weniger kritisch. Bei regelmäßigem Umsteigen sollten Sie zusätzlich die Mitnahmeregeln des jeweiligen Verkehrsunternehmens prüfen. Ein Faltmechanismus allein garantiert keine Beförderung. Wer den Roller häufig heben muss, sollte bei der Auswahl zuerst Tragegewicht und Handhabung vergleichen und die maximale Akkukapazität nachrangig behandeln.

ABE und Versicherung: Was vor der ersten Fahrt zählt

Die Aufschrift ABE im Shop ist noch nicht die komplette Vorbereitung für die erste Fahrt. Nach § 2 eKFV muss das Fahrzeug dem genehmigten Typ entsprechen sowie Fahrzeug-Identifizierungsnummer und Fabrikschild aufweisen. Anders als beim Pedelec EK20 kommt eine eigene Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung hinzu; die private Haftpflicht ersetzt sie nicht.

Die Rechtsfolge

Eine ABE ersetzt die Versicherung nicht: Ein E-Scooter darf nach § 2 eKFV erst mit gültiger Versicherungsplakette am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Klären Sie daher vor der ersten Fahrt die Fahrzeugdaten mit dem Versicherer und bringen Sie die Plakette am vorgesehenen Platz an.

Am Typenschild unseres Testgeräts stehen die ABE-Nummer P502 und 20 km/h; die zugehörige Datenbestätigung nennt die Genehmigung P502*01. Die Fahrzeugnummern auf Rahmen, Typenschild und Datenbestätigung stimmen überein. Bewahren Sie die Datenbestätigung sorgfältig auf und gleichen Sie sie bei der Lieferung mit dem Fahrzeug ab. Sie ist zuständigen Personen auf Verlangen auszuhändigen; daraus folgt kein pauschales Mitführgebot für jede Fahrt.

Fahren ist nach § 3 eKFV ab 14 Jahren erlaubt. Ein Führerschein ist für diese Fahrzeugklasse nicht erforderlich. Für den Scooter mit höchstens 20 km/h besteht keine gesetzliche Helmpflicht; wir empfehlen dennoch einen Helm. Eine zweite Person darf nach § 8 eKFV nicht mitfahren. Das gilt auch dann, wenn beide Personen zusammen unter der zulässigen Belastung bleiben.

Grundsätzlich nutzen Sie die nach § 10 eKFV erlaubten Radverkehrsflächen; fehlen diese, ist die Fahrbahn die vorgesehene Ausweichfläche. Für Gehwege und Fußgängerzonen reicht eine Freigabe für Radverkehr im September 2026 noch nicht aus. Die entsprechenden neuen Fahrregeln treten laut Bundesverkehrsministerium erst am 1. März 2027 in Kraft. Das Datum ist beim Lesen aktueller Ratgeber entscheidend.

Service und Folgekosten: Vorher den Reparaturweg klären

Die Kommunikation rund um unser Testgerät lässt sich konkret beschreiben: EVERCROSS verschob den Versand auf den gewünschten Zeitraum, übermittelte die Sendungsverfolgung und erhielt unsere Ankunftsbestätigung. Das belegt einen organisierten Versandkontakt. Wie der Hersteller eine kostenpflichtige Reparatur, einen Gewährleistungsfall oder einen ausgefallenen Akku abwickelt, lässt sich daraus nicht ableiten.

Für Käufer zählt deshalb, wer auf der Rechnung als Verkäufer steht und wie eine Reparatur praktisch abläuft. Fragen Sie vorab, ob das komplette Gerät eingeschickt werden muss, ob Ersatzteile geliefert werden und wer den Einbau übernimmt. Gerade bei einem schweren Scooter können Verpackung und Transport einen erheblichen Teil des Aufwands ausmachen. Den Versandkarton zunächst aufzubewahren, spart im Fall einer Rücksendung die Suche nach einer geeigneten Verpackung.

Ein öffentliches Ersatzteilangebot ist ein sinnvoller Anhaltspunkt. Es ersetzt aber weder die Bestätigung, dass ein Teil zur eigenen Ausführung passt, noch eine Zusage für die Verfügbarkeit in mehreren Jahren. Beim Akku müssen neben Spannung und Kapazität auch Gehäuse, Anschlüsse und Elektronik übereinstimmen. Bestellen Sie deshalb nicht allein nach der Aufschrift 48 Volt oder nach einem ähnlich aussehenden Produktbild.

EVERCROSS führt den Original-Ersatzakku für den EV10S MAX ABE aktuell in beiden Größen: 15,6 Ah für 179,99 Euro und 27 Ah für 259,99 Euro, jeweils bestellbar am 7. September 2026. Das ist ein konkreter Bezugsweg. Die Zubehörseite fordert selbst eine vorherige Abstimmung mit dem Support zur Kompatibilität; Einbaukosten und Reparaturdauer haben wir nicht geprüft.

Die Garantiebedingungen des Herstellers nennen zwei Jahre für direkt über die offiziellen Websites gekaufte Scooter, mit Ausnahmen unter anderem für Verschleißteile. Für Käufe bei anderen Händlern verweist EVERCROSS auf den jeweiligen Verkäufer. Übertragen Sie das Garantieversprechen des Direktshops deshalb nicht ungeprüft auf jeden Marktplatzkauf.

Zur Kostenplanung gehören außerdem Pflichtversicherung, Schloss und Verschleißteile. Diese Posten sollten Sie zusammen mit dem Kaufpreis betrachten. Eine Differenz von wenigen Cent pro Ladung wird selten den Ausschlag geben; eine erreichbare Werkstatt oder ein klar geregelter Teileversand kann für die Nutzungsdauer wesentlich mehr bedeuten.

Häufige Fragen

Ist jeder EV10S Max in Deutschland straßenzugelassen?
Nein. EVERCROSS führt auch eine 25-km/h-Ausführung ohne deutsche ABE. Achten Sie auf die konkrete deutsche ABE-Variante, ihre Fahrzeugpapiere und die Pflichtversicherung. Der Modellname allein reicht nicht.

Wie weit fährt der Scooter wirklich?
Unsere 50 Kilogramm schwere Fahrerin bewertet die Akkuausdauer nach insgesamt rund 120 Kilometern positiv. Eine gemessene Voll-bis-leer-Reichweite liegt nicht vor. Die Testkilometer dürfen deshalb nicht mit der Strecke pro Ladung verwechselt werden.

Welcher Akku lohnt sich?
Die größere Variante ist vor allem dann interessant, wenn Sie seltener laden können oder mehr Reserve für Ihren täglichen Hin- und Rückweg brauchen. Bei kurzen Wegen und einem guten Ladeplatz kann die günstigere Ausführung die vernünftigere Wahl sein.

Eignet sich der EV10S Max für die Wohnung im dritten Stock?
Nur wenn Sie das Tragen vorher praktisch geprüft haben. Faltbar bedeutet hier vor allem niedriger, nicht leicht. Wer das Gerät täglich über mehrere Treppen tragen muss, sollte ein geringeres Gewicht höher gewichten als den größten Akku.

Welche Probleme sind im Test aufgetreten?
Die Anzeige wechselte gelegentlich ohne bewusste Umstellung von km/h auf mph. Außerdem könnte das Trittbrett breiter ausfallen. App, Blinker, Fahrkomfort und Bremsen wurden im Alltag positiv bewertet.

Fazit der Redaktion

Für eine leichte Fahrerin mit gut erreichbarem Abstellplatz würden wir den EVERCROSS EV10S Max ABE nach diesem Alltagstest empfehlen. Die gelegentlich wechselnde Anzeigeeinheit ist ärgerlich und sollte vom Hersteller geklärt werden, ändert unser positives Gesamturteil bisher aber nicht. Beim Kauf würden wir den Aufpreis für den großen Akku davon abhängig machen, wie gut die Lademöglichkeiten auf der eigenen Strecke sind.

Weniger passend ist der Scooter für Menschen, die viel Platz auf dem Trittbrett brauchen oder ihn täglich über mehrere Treppen tragen müssen. Dort würden wir eine breitere Standfläche beziehungsweise weniger Gewicht vor die große Akkuoption stellen. Probieren Sie diese beiden Punkte vor dem Kauf aus: Sie lassen sich später nicht mit einer App-Einstellung beheben.

Im Alltag getestet

EVERCROSS EV10S Max ABE mit 15,6 Ah

Für Stadtwege mit sicherem, gut erreichbarem Abstellplatz

Die deutsche ABE-Ausführung mit 15,6-Ah-Akku hat sich im Alltag mit einer leichten Fahrerin bewährt.

  • Stärke: Guter Fahrkomfort und im Alltag zuverlässig arbeitende Bremsen.
  • Praktisch: Funktionierende App mit zusätzlicher Sperre und Blinker am Lenker.
  • Einschränkung: Eher knappes Trittbrett, gelegentlicher Wechsel der Anzeigeeinheit und eine Gewichtsklasse, die tägliches Tragen erschwert.

Den EVERCROSS EV10S Max ABE finden Sie auch bei Amazon (Werbelink). Das verlinkte Angebot nennt derzeit widersprüchlich 15,6 und 18 Ah. Lassen Sie sich die Akkuvariante vor dem Kauf bestätigen; unser Test bezieht sich auf 15,6 Ah.

So ist dieser Test entstanden

EVERCROSS hat das Gerät kostenlos bereitgestellt. Getestet wurde die ABE-Ausführung mit 15,6-Ah-Akku, gefahren von einer etwa 50 Kilogramm schweren Fahrerin über insgesamt rund 120 Kilometer. Reichweite pro Akkuladung, Bremsweg, Ladezeit und Fahrzeuggewicht wurden nicht als eigene Messwerte erhoben. Ergänzend haben wir die beiliegenden Fahrzeugpapiere, Herstellerangebote, einen veröffentlichten Fahrbericht und die Rechtslage ausgewertet. Der Hersteller hat diese Fassung nicht vorab geprüft. Preise und Recherche: 7. September 2026.