Ein Gasgrill mit Edelstahl-Brennkammer, vier Brennern, Infrarot-Heckbrenner und Seitenkocher für 899 Euro - bei Weber oder Napoleon beginnt diese Ausstattung erst jenseits von 1.300 Euro. Möglich macht das der Direktvertrieb: Burnhard verkauft ohne Handelsstufe, und die Düsseldorfer haben ihre FRED-Reihe Anfang 2026 in die vierte Generation geschickt. Wir haben den Big FRED Deluxe der Series 4 vier Wochen lang im Alltag gegrillt - Steaks, Forellen, Bratwürste, Gemüse, Baguette vom Heckbrenner - und dabei nachgemessen, was die Werbung verspricht. Das Ergebnis hat uns überzeugt, an zwei Stellen sogar mehr als die Konkurrenz-Tests vermuten ließen.
Transparenz
Das Testgerät wurde uns von Burnhard kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt. Geld ist nicht geflossen, inhaltliche Vorgaben gab es nicht, und der Hersteller hat diesen Text vor der Veröffentlichung nicht gesehen.
Unser Testurteil
Der Burnhard Big FRED Deluxe (Series 4) liefert für 899 Euro eine Ausstattung und Heizleistung, die im klassischen Handel 400 bis 550 Euro mehr kostet: 200 Grad in rund drei Minuten bei halber Brennerleistung, gleichmäßige Hitze über den Hauptrost, durchdachtes Fettmanagement und eine Edelstahl-Brennkammer, die die Rostprobleme der Vorgängerserien konstruktiv beantwortet. Schwächen bleiben die dünnen Bleche am Unterschrank, das windanfällige Seitenkochfeld - und eine Garantie, die nicht über das gesetzliche Minimum hinausgeht. Kauftipp für alle, die einen vollausgestatteten Allround-Gasgrill wollen und dafür keinen Händler vor Ort brauchen.
Die Marke hinter dem Preis: die Grillmarke, die ihren Mutterkonzern geschluckt hat
Burnhard startete 2018 als Grill-Ableger des Düsseldorfer Küchenversenders Springlane - und hat den Spieß inzwischen komplett umgedreht. Ende 2023 verkaufte das Unternehmen die eigene Ursprungsmarke Springlane für knapp 4 Millionen Euro an die Kronenburg Handel GmbH und firmierte in Burnhard GmbH um: Der Ableger schluckte seine Mutter. Heute konzentrieren sich die rund 45 Mitarbeiter ausschließlich auf Grills und Outdoor-Küche, verkauft wird direkt an Endkunden in Deutschland und den Niederlanden - der klassische Fachhandel bleibt außen vor, inzwischen ergänzt um Amazon und einzelne Fachhändler.
Recherche-Fakten
- Konzern: Die Burnhard GmbH ist die umfirmierte Springlane GmbH (Amtsgericht Düsseldorf, HRB 68760) - Ende 2023 verkaufte sie die Ursprungsmarke Springlane für knapp 4 Millionen Euro an die Kronenburg Handel GmbH.
- Zahlen: 2018 als Springlane-Ableger gestartet, setzte Burnhard 2023 rund 48 Millionen Euro um und sammelte im September 2023 eine 20-Millionen-Euro-Finanzierung unter Führung der Heliad AG ein.
- Leistung: Die beworbenen 21,2 kW des Big FRED Deluxe setzen sich laut Typenschild aus 18,2 kW Grillleistung (vier Brenner à 3,75 kW plus 3,2-kW-Heckbrenner) und dem 3,0-kW-Seitenkochfeld zusammen.
- Preisstruktur: Vergleichbar ausgestattete 4-Brenner-Grills mit Sear-Zone und Heckbrenner kosten bei Napoleon ab rund 1.290 Euro und bei Weber ab rund 1.450 Euro Straßenpreis (Stand: August 2026) - der Direktvertrieb spart 400 bis 550 Euro.
- Garantie: Für die FRED-Serie gewährt Burnhard nur die gesetzliche Gewährleistung - die beworbene 10-Jahres-Garantie gilt allein für die GRANT-Serie und schließt dort ausgerechnet Brenner und Elektronik aus.
Zur Fertigung schweigt der Hersteller; in Branchenforen wie dem Grillsportverein gilt eine Produktion in China als sicher - womit Burnhard in guter Gesellschaft wäre, denn auch Enders und Webers Spirit-Serie laufen in Fernost vom Band. Die Series 4 bewirbt Burnhard als Ergebnis des Feedbacks von über 200.000 FRED-Nutzern: stärkere Brenner (3,75 statt 3,5 kW), Edelstahl-Brennkammer in allen Varianten, Aluminium-Druckguss-Seitenteile für gleichmäßigere Hitze und ein Ofenband am Deckel. Unser Testgerät ist die Black Edition mit Gusseisen-Rosten, Batch-Aufkleber: gefertigt im Januar 2026.
Lieferung und Aufbau: zu zweit in knapp zwei Stunden
Der Big FRED kommt per Paketdienst in mehreren schweren Kartons - bei uns via DHL aus dem Logistikzentrum des Fulfillment-Partners WM Group in Greven. Alle Teile kamen unbeschädigt und sauber in Kartonage gebettet an. Für den Aufbau haben wir zu zweit knapp zwei Stunden gebraucht, inklusive Auspacken - das deckt sich mit den 55 Minuten bis zwei Stunden, die andere Series-4-Tester melden. Die Anleitung führt verständlich durch die Schritte, das beiliegende Werkzeug reicht fast überall.

Zwei Dinge sollten Sie wissen. Erstens: Das Einsetzen der Brennkammer auf den Unterschrank ist reine Zwei-Personen-Arbeit - die Kammer ist schwer und muss präzise auf die Aufnahmen. Allein anzufangen lohnt sich nicht. Zweitens ein Punkt, den kein anderer Test erwähnt: Die vier Räder müssen hörbar in ihren Aufnahmen einrasten. Sitzt ein Rad nur halb, steht der Grill schief und kann beim Rangieren kippeln - kontrollieren Sie das, bevor die schwere Kammer oben aufliegt. Die von anderen Testern gemeldeten Kleinigkeiten - eingeklemmte Gasleitungen, schwer justierbare Türen - blieben uns erspart: Die Türen unseres Geräts schließen mit gleichmäßigen Spaltmaßen, und die Piezo-Zündung traf nach dem Aufbau alle vier Brenner beim ersten Versuch. Das blieb auch nach vier Wochen so.
Technik im Detail: was das Typenschild verrät
Bei der Leistungsangabe lohnt der Blick hinter die Werbung - die Quellen widersprechen sich nämlich. Die Tabelle zeigt, was der Hersteller verspricht und was wir am Testgerät gemessen oder überprüft haben:
| Merkmal | Herstellerangabe | Unser Testgerät |
|---|---|---|
| Brenner | 4 Hauptbrenner à 3,75 kW, davon einer als 900-Grad-Keramikbrenner | Bestätigt per Typenschild: 4x 3,75 kW (1.092 g/h) |
| Heckbrenner | Infrarot-Keramik, 3,2 kW | Bestätigt; benutzt u. a. für Baguette - ohne die anderswo berichtete Rost-Verformung |
| Gesamtleistung | 21,2 kW | Typenschild: 18,2 kW Grill + 3,0 kW Seitenkochfeld = 21,2 kW - die Zahl stimmt nur inklusive Seitenkocher |
| Grillfläche | Hauptrost 70 x 41,5 cm, Warmhalterost 66,2 x 13,5 cm | Bestätigt; Gusseisen-Roste (Black Edition), massiv mit Zusatzstrebe |
| Aufheizen | Keine Angabe | 200 Grad in rund 3 Minuten bei halber Brennerleistung; nach 10 Minuten Vollgas Nadel am Skalenende von 380 Grad (25 Grad Außentemperatur) |
| Deckelthermometer | Integriert, Skala bis 380 Grad | Rund 10 Prozent Abweichung zum parallel messenden Grillthermometer - für Zonen-Arbeit brauchbar, für Gradgenauigkeit nicht |
| Material | Edelstahl-Brennkammer, Alu-Druckguss-Seitenteile | Bestätigt; Unterschrank-Bleche spürbar dünner als die Kammer |
| Gasart | Propan/Butan, 50 mbar | Bestätigt (Typenschild: G30/G31, 50 mbar); Schlauch und Druckminderer liegen bei |

Die wichtigste Series-4-Neuerung sieht man erst auf den zweiten Blick: die Brennkammer aus Edelstahl in allen Varianten. Das ist die direkte Antwort auf das größte Ärgernis der Vorgängerserien - im Grillsportverein-Forum dokumentieren Besitzer von 2020er- bis 2024er-Geräten durchgerostete Abschlussschienen, Lackabplatzer an den Ecken und in Einzelfällen Lochfraß in der Brennkammer. Ob die Series 4 das Problem dauerhaft löst, kann erst ein Langzeittest zeigen. Nach vier Wochen im Freien - bei Regen zugegeben untergestellt, denn eine Abdeckhaube legt Burnhard dem Deluxe nicht bei - zeigt unser Gerät jedenfalls keinerlei Flugrost, Verfärbungen oder Lackschäden, auch nicht an Kanten und Schraubpunkten.
Grillpraxis: 200 Grad in drei Minuten - bei halber Leistung
Die Heizleistung hat uns überrascht. Mit allen vier Brennern auf halber Stellung und geschlossenem Deckel zeigt das Thermometer nach rund drei Minuten 200 Grad - die präziseste Messreihe zum Vorgänger (gasgrill-check.de, Series 3) brauchte dafür auf Vollgas über vier Minuten. Auf Vollgas rennt die Nadel bei unserem Gerät in etwa zehn Minuten ans Skalenende von 380 Grad. Burnhards Erklärung klingt plausibel und deckt sich mit unserer Messung: Die Druckguss-Seitenteile und das Ofenband am Deckel halten die Hitze in der Kammer. Für den Alltag heißt das - wer nur Würstchen und Gemüse grillt, kommt mit halber Leistung aus und spart Gas.

Die Hitzeverteilung über den Hauptrost ist weitgehend gleichmäßig - mit einer Eigenheit: Am äußersten Rand, nahe den Seitenwänden, ist es etwas wärmer; Grillgut gart dort an den Außenseiten zuerst. Das ist bemerkenswert, weil Burnhard mit dem Ende der "Cold Spots an den Randzonen" wirbt - die wärmespeichernden Druckguss-Seitenteile drehen den Effekt bei unserem Gerät leicht ins Gegenteil. Ein Problem ist das nicht, man muss es nur wissen: Empfindliches gehört in die Mitte, die Randzone eignet sich zum Nachziehen. Indirektes Grillen funktioniert dagegen genau so, wie es soll: äußere Brenner an, Mitte aus, und die Temperatur steht stabil - die bei Vorgängermodellen berichteten Schwierigkeiten, niedrige Temperaturen konstant zu halten, konnten wir nicht nachvollziehen. Auch die Brennerregelung verdient ein Lob: Niedrige Stufen lassen sich fein und reproduzierbar einstellen, nichts ruckt oder springt.

Der Heckbrenner lieferte den spannendsten Gegenbefund des Tests. Der bezahlte Einzeltest von haus-garten-test.de warnt, der 3,2-kW-Infrarotbrenner erhitze das Warmhalterost so stark, dass es sich nach oben wölbe - man solle es vor jedem Einsatz ausbauen. Wir haben den Heckbrenner mehrfach benutzt, unter anderem für Baguette direkt auf dem Warmhalterost: Verformungen konnten wir nicht reproduzieren, das Rost sitzt nach vier Wochen so plan wie am ersten Tag. Möglich, dass der Effekt erst bei langem Volllastbetrieb auftritt - in unserem Alltagseinsatz blieb er aus. Das Seitenkochfeld (3,0 kW, für Töpfe bis 30 Zentimeter) tut seinen Dienst, ist als offene Flamme im Seitentisch aber spürbar windanfällig - an böigen Tagen gehört der Topf besser auf den Herd. Den 900-Grad-Keramikbrenner für scharfes Angrillen nehmen wir uns im September gezielt vor, gemeinsam mit dem Upgrade-Set - dazu unten mehr.
Gasverbrauch: mit der 11-Kilo-Flasche durch die Saison
Das Typenschild beziffert den Volllastverbrauch aller Grillbrenner inklusive Heckbrenner auf 1.325 Gramm Propan pro Stunde - rechnerisch hält eine 5-Kilo-Flasche also knapp vier Stunden Dauervollgas, eine 11-Kilo-Flasche gut acht. Im echten Grillbetrieb mit halber Leistung und Pausen dehnt sich das auf ein Vielfaches. Praktisch relevanter ist die Flaschenfrage: In den Unterschrank passt die 11-Kilo-Flasche, und sie sitzt dort sicher in der Verankerung - unsere Empfehlung, zumal andere Tester berichten, dass die kleinere 5-Kilo-Flasche zwischen die Haltebügel rutschen kann.

Was Gas und Geld angeht, rechnen Sie Ihren Bedarf hier selbst durch:
Reinigung: zwei Tricks, die den Putzabend halbieren
Das Fettmanagement der Series 4 funktioniert im Alltag genau so, wie es soll: Fett und Bratensaft laufen über den Trichter in die Edelstahl-Auffangschale, und die Trichterwanne lässt sich zum Reinigen nach hinten herausziehen - kein Gefummel von oben durch die heiße Kammer, kein Tropfen auf den Boden. Bei uns kam in vier Wochen alles dort an, wo es hingehört.
Für die Gussroste hat sich im Test ein einfacher Ablauf bewährt: nach dem Grillen erst einmal ins warme Wasserbad legen - danach löst sich Eingebranntes mühelos mit der Bürste, ganz ohne Schrubb-Orgie. Wichtig bei Gusseisen: anschließend gründlich trocknen und hauchdünn mit Öl einreiben, sonst meldet sich Flugrost. Zweiter Trick: Die Edelstahl-Innenwände, die Rückwand und der Bereich unter den Rosten lassen sich am abgekühlten Grill mit haushaltsüblichen Feuchttüchern erstaunlich schnell und hygienisch abwischen - das ersetzt die Grundreinigung nicht, hält den Garraum zwischendurch aber sauber. Für alles Hartnäckige bleibt das klassische Ausbrennen: rund 20 Minuten Vollgas, danach fällt der Rest als Asche von den Flavor Bars.
Deluxe oder Deluxe+? Und was im September folgt
Burnhard staffelt den Big FRED in drei Stufen: Base (699 Euro, ohne Keramik-, Heck- und Seitenbrenner), Deluxe (899 Euro, unser Testgerät) und Deluxe+ (1.099 Euro) mit Longlife-Gussbrennern, Smoker Box, Abdeckhaube und außenliegender Sear-Zone. Wer den Deluxe kauft, kann später nachrüsten: Das Upgrade-Set für den Big FRED kostet 179 Euro und enthält Gussbrenner, Edelstahl-Smoker-Box, Abdeckhaube und Küchenrollenhalter - es war zum Testzeitpunkt allerdings ausverkauft, Burnhard nennt Anfang September als Nachschubtermin (Stand: August 2026). Der Heckbrenner ist in Base-Modellen übrigens nicht nachrüstbar - wer ihn will, muss von Anfang an zum Deluxe greifen.
Einige Händler-Tests raten pauschal vom Deluxe ab, weil dessen Keramikbrenner innen in der Kammer liegt und dort Rostfläche kostet - und empfehlen den Aufpreis zum Deluxe+. Nach vier Wochen mit dem Deluxe halten wir das für vorschnell: Im normalen Grillbetrieb hat uns der innenliegende Brenner nicht gestört, und die 70 Zentimeter Rostbreite reichten auch für einen voll belegten Abend mit sechs Personen. Ob sich das Upgrade wirklich lohnt, prüfen wir gerade selbst: Das Upgrade-Set ist für unseren Testaufbau bestellt, und im September folgt der zweite Teil dieses Tests - mit Gussbrennern im Direktvergleich, Smoker-Box-Praxis und dem 900-Grad-Keramikbrenner im Steak-Einsatz. Wie sich Pelletsmoker der Marke schlagen, lesen Sie bis dahin in unserem Pelletsmoker-Vergleich, in dem der Burnhard Flint seit Jahren die Preis-Leistungs-Empfehlung stellt.
Die Konkurrenz: gleiche Ausstattung kostet woanders 400 Euro mehr
| Modell | Preis (August 2026) | Ausstattung im Vergleich zum Big FRED Deluxe |
|---|---|---|
| Burnhard Big FRED Deluxe (Series 4) | 899 Euro (Amazon: 949-999 Euro) | 4 Brenner inkl. Keramikbrenner, Heckbrenner, Seitenkocher, Edelstahl-Brennkammer |
| Enders Kansas II Pro 4 SIK Profi Turbo | UVP 999 Euro | Ähnliches Konzept mit 800-Grad-Turbo-Zone und Heckbrenner - der engste Preisrivale |
| Napoleon Rogue SE 425 RSIB | ab ca. 1.290 Euro | 3 Hauptbrenner plus Sizzle Zone und Heckbrenner, Händlernetz inklusive |
| Weber Genesis E-435 | ab ca. 1.450 Euro | 4 Brenner mit Sear-Zone und Seitenkocher, aber ohne Heckbrenner |
Die Einordnung ist eindeutig: Wer die Vollausstattung aus vier Brennern, Sear-Zone, Heckbrenner und Seitenkocher will, zahlt bei den Händlermarken Napoleon und Weber 400 bis 550 Euro mehr - und bekommt dafür ein Händlernetz mit Vor-Ort-Service, das Burnhard nicht bietet. Enders spielt preislich in derselben Liga wie Burnhard, kommt aber ebenfalls aus Fernost-Fertigung. Der Direktvertriebs-Rabatt ist also real - erkauft wird er mit dem Service-Modell, zu dem wir gleich kommen.
Service und Garantie: die ehrliche Schwachstelle
Hier verdient Burnhard die deutlichste Kritik des Tests - nicht für unser Gerät, sondern für das Kleingedruckte. Für die FRED-Serie gibt es keine erweiterte Herstellergarantie, nur die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Die prominent beworbene 10-Jahres-Garantie gilt allein für die GRANT-Serie und schließt selbst dort Brenner und Elektronik aus - also genau die Teile, die bei einem Gasgrill zuerst verschleißen. Zum Vergleich: Weber gibt auf die Genesis-Grillkammer 15 Jahre, Napoleon auf Gussteile der Prestige-Serie eine lebenslange Garantie. Bei einem 899-Euro-Gerät wäre mehr Selbstverpflichtung angemessen.
Beim Service zeichnen 3.793 Trustpilot-Bewertungen ein geteiltes Bild (Stand: August 2026): 71,5 Prozent vergeben fünf Sterne und loben Lieferung, Verpackung und Preis-Leistung - deckungsgleich mit unserer Erfahrung. 14,1 Prozent vergeben aber nur einen Stern, und die Kritik wiederholt sich: schwer erreichbarer Support, monatelange Wartezeiten auf Ersatzteile, kostenpflichtige Retouren-Label - Letzteres bestätigt Burnhard in seinen Antworten ausdrücklich als bewusste Entscheidung; bei Mängeln ist die Rücksendung kostenfrei. Wer kauft, sollte das Modell kennen: solide Hardware zum Direktpreis, aber im Problemfall braucht es mitunter Geduld.
Häufige Fragen
Wie schnell heizt der Big FRED Deluxe auf?
In unserem Test erreichte er 200 Grad in rund drei Minuten - bei nur halber Brennerleistung und geschlossenem Deckel. Auf Vollgas stand die Nadel nach etwa zehn Minuten am Skalenende von 380 Grad (bei 25 Grad Außentemperatur).
Welche Gasflasche passt in den Big FRED?
Der Unterschrank nimmt bis zur 11-Kilo-Flasche auf, die dort sicher in der Verankerung sitzt - unsere Empfehlung. Bei der 5-Kilo-Flasche berichten andere Tester, dass sie zwischen die Haltebügel rutschen kann. Laut Typenschild verbraucht der Grill auf Volllast inklusive Heckbrenner 1.325 Gramm Propan pro Stunde.
Was unterscheidet Deluxe und Deluxe+?
Der Deluxe+ (1.099 Euro) hat Longlife-Gussbrenner statt Edelstahl-Stabbrennern, eine außenliegende Sear-Zone, Smoker Box und Abdeckhaube. Deluxe-Besitzer rüsten per Upgrade-Set (179 Euro für den Big FRED) fast alles nach - nur der Heckbrenner ist an Base-Modellen nicht nachrüstbar.
Wie lange gibt Burnhard Garantie auf die FRED-Serie?
Nur die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Die beworbene 10-Jahres-Garantie gilt ausschließlich für die GRANT-Serie und schließt dort Brenner und Elektronik aus. Das ist der größte Abstrich gegenüber Weber (15 Jahre auf die Grillkammer) und Napoleon (lebenslang auf Gussteile).
Rostet der Big FRED?
Die Vorgängerserien hatten dokumentierte Rostprobleme an Kanten und Abschlussschienen. Die Series 4 antwortet darauf mit einer Edelstahl-Brennkammer in allen Varianten und hitzefesterer Beschichtung. Nach vier Testwochen im Freien zeigt unser Gerät keinerlei Ansätze - ein Langzeiturteil ist das noch nicht. Eine Abdeckhaube (beim Deluxe nicht im Lieferumfang) bleibt sinnvoll.
Wie reinigt man die Gussroste am besten?
Nach dem Grillen im warmen Wasserbad einweichen, dann löst sich Eingebranntes mühelos - anschließend trocknen und dünn ölen. Die Edelstahl-Innenwände und der Bereich unter den Rosten lassen sich am abgekühlten Grill mit Feuchttüchern abwischen; für den Rest reicht gelegentliches Ausbrennen von rund 20 Minuten.
Fazit der Redaktion
Der Big FRED Deluxe der Series 4 ist das seltene Direktversender-Produkt, das im Detail besser abschneidet als in der Werbung: Er heizt schneller als der Vorgänger auf Vollgas - bei halber Leistung -, hält indirekte Temperaturen stabil, fängt Fett sauber auf, und die kolportierte Warmhalterost-Verformung am Heckbrenner blieb bei uns aus. Die Edelstahl-Brennkammer beantwortet das Rost-Thema der Vorgänger konstruktiv, die Zündung saß in vier Wochen bei jedem Versuch, und der Preisabstand zu vergleichbar ausgestatteten Napoleon- und Weber-Modellen beträgt 400 bis 550 Euro. Für alle, die einen vollausgestatteten Allround-Gasgrill für Familie und Gäste suchen und keinen Händler um die Ecke brauchen, ist der Big FRED Deluxe eine klare Empfehlung.
Ehrlich bleiben die Abstriche: Die Unterschrank-Bleche sind dünner, als es die massive Kammer vermuten lässt, das Seitenkochfeld mag keinen Wind, die Deluxe-Ausstattung kommt ohne Abdeckhaube, und im Garantie-Kapitel bietet Burnhard nur das gesetzliche Minimum - beim Service entscheidet laut Kundenbewertungen mitunter die Geduld. Wovon wir abraten: dem Base-Modell, wenn Sie den Heckbrenner je wollen könnten - der lässt sich nicht nachrüsten. Ob das Upgrade zum Deluxe+ sein Geld wert ist, klären wir im September im zweiten Teil dieses Tests mit Gussbrennern, Smoker Box und dem 900-Grad-Brenner im Steak-Einsatz.
Burnhard Big FRED Deluxe (Series 4, Black Edition)
Für Familien und Vielgriller, die Vollausstattung ohne Händleraufschlag wollen
Vier Wochen Alltagstest ohne Ausfall: 200 Grad in drei Minuten bei halber Leistung, stabile indirekte Zonen, sauberes Fettmanagement. Direkt beim Hersteller 899 Euro, auf Amazon je nach Rost-Variante 949 bis 999 Euro (Stand: August 2026).
- Stärke: Ausstattung der 1.300-Euro-Klasse - vier Brenner inkl. Keramikbrenner, Infrarot-Heckbrenner, Seitenkocher - mit Edelstahl-Brennkammer in allen Varianten.
- Besonderheit: Per Upgrade-Set (179 Euro) später zum Deluxe+ mit Gussbrennern und Smoker Box aufrüstbar - der Grill wächst mit den Ansprüchen.
- Einschränkung: Nur gesetzliche Gewährleistung statt erweiterter Garantie, dünne Unterschrank-Bleche, Abdeckhaube kostet extra.
So ist dieser Test entstanden
Das Testgerät wurde uns von Burnhard kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt. Es gab keine Bezahlung, keine inhaltlichen Absprachen und keine Vorab-Ansicht des Artikels durch den Hersteller. Getestet haben wir vier Wochen im Alltagsbetrieb - Aufheizmessungen, Temperaturvergleich mit separatem Grillthermometer, Typenschild-Auswertung und der Ausstattungs-Check erfolgten mit eigenen Mitteln; ergänzend haben wir deutsche Tests, Foren-Langzeitberichte und Kundenbewertungen ausgewertet. Teil 2 mit dem Upgrade-Set folgt im September.








Kommentare
Kommentare werden geladen...
Kommentar schreiben