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Lange Zeit wirkte der US-Pionier iRobot wie ein sturer Riese, der den Trend zur Laser-Navigation verschlief. Während die Konkurrenz aus China mit Features protzte, hielt man in Bedford an Kameras fest. Im Dezember 2025 ist alles anders. Mit einer kompletten Neuausrichtung, neuen Namen und neuer Technik will iRobot die Krone zurück. Doch unser Test zeigt: Nicht jedes Modell ist ein Volltreffer, und beim Flaggschiff mussten Käufer starke Nerven beweisen. Wir haben die neue Flotte – vom Einsteiger bis zum High-End-Boliden – wochenlang durch unseren Parcours geschickt.
Der große Strategiewechsel: Warum iRobot plötzlich Laserschwerter zieht
Es ist selten, dass ein Marktführer so offen eine technologische Niederlage eingesteht, ohne es laut auszusprechen. Jahrelang argumentierte iRobot, dass vSLAM (visuelle Navigation per Kamera) der Laser-Technologie (LiDAR) überlegen sei. Kameras würden mehr Datenpunkte erfassen, hieß es aus der Zentrale. Die Praxis in deutschen Wohnzimmern sah in den letzten Jahren jedoch oft anders aus: Im Dämmerlicht verirrten sich die Roboter, die Kartierung einer 100-Quadratmeter-Wohnung dauerte oft mehrere „Erkundungsläufe“ und Stunden an Zeit.
Mit der Einführung der 2025er-Generation – nun logisch benannt von 105 bis 705 – vollzieht der Hersteller eine 180-Grad-Wende. Alle neuen Modelle, vom Einsteiger bis zum High-End-Gerät, setzen auf LiDAR (Light Detection and Ranging). Das Ergebnis in unserer Analyse ist eindeutig: Die „ClearView™ Pro LiDAR“-Technologie beschleunigt die Erstellung der Wohnungskarte massiv. Wo ein alter Roomba j7 noch mühsam die Decke scannte, um sich zu orientieren, ist der neue 705 oft schon nach wenigen Minuten startklar. Der rotierende Turm misst Distanzen im Millisekundentakt und erlaubt – das ist das Novum für iRobot – eine Navigation bei absoluter Dunkelheit.
💡 MERK-BOX: Navigation im Wandel
Kamera vs. Laser: Frühere iRobot-Modelle nutzten Kameras, die Umgebungslicht benötigten. Die neuen Modelle (Serie 105, 405, 505, 705) nutzen einen rotierenden Laser-Turm. Dies ermöglicht eine präzise Navigation auch bei Nacht und unter Möbeln. Eine Besonderheit bietet die Serie 205: Hier sitzt ein „Half-LiDAR“ in der Front (Solid State, keine beweglichen Teile). Es scannt nur den Bereich vor dem Roboter (180 Grad), spart dafür aber Bauhöhe, da kein Turm oben aufsitzt.
Das Flaggschiff im Fokus: iRobot Roomba Max 705 Combo
Der Roomba Max 705 Combo soll das Beste aus zwei Welten vereinen: Die legendäre Teppich-Kompetenz der Amerikaner und eine Wischfunktion, die diesen Namen auch verdient. Mit einem Straßenpreis von oft unter 1.000 Euro (UVP 1.299 Euro) greift er direkt die Platzhirsche von Roborock und Dreame an. Doch kann er die Lücke schließen, die in den letzten drei Jahren entstanden ist?
Saugleistung: Physik statt Marketing-Zahlen
Während chinesische Hersteller sich mit Pascal-Angaben (Pa) gegenseitig überbieten – aktuell liegen wir bei bis zu 22.000 Pa beim Dreame X50 Ultra –, schweigt iRobot beharrlich zu diesen Werten. Das ist frustrierend für den Datenblatt-Vergleich, aber technisch nachvollziehbar. Ein hoher Unterdruck (Pascal) nützt wenig, wenn die Bürste den Boden nicht berührt oder den Schmutz wegschleudert.
Unsere Untersuchung im Testlabor zeigt: Saugkraft allein reinigt keinen Teppich. Entscheidend ist die Mechanik. Der Max 705 setzt als einziger der neuen Reihe auf das patentierte System aus zwei gegenläufigen Gummibürsten („Dual Multi-Surface Rubber Brushes“). Dies ist das Alleinstellungsmerkmal, das iRobot noch immer rettet.
- Bürste 1: Die vordere Walze besitzt Lamellen, die den Teppichflor „aufklopfen“ und festsitzenden Schmutz lockern.
- Bürste 2: Die hintere Walze rotiert entgegengesetzt und befördert den Schmutz direkt in den Saugkanal.
Das Ergebnis ist bei Tierhaaren auf Teppichböden nach wie vor die Referenz. Im Test mit 100 Gramm verteiltem Quarzsand auf mittelflorigem Teppich holte der Roomba 705 beeindruckende 94 Gramm zurück. Zum Vergleich: Der Roborock Saros 10R schaffte im gleichen Szenario 88 Gramm. Wo einfache Bürstenwalzen die Haare oft nur oberflächlich abgreifen, kämmt der 705 sie tief aus dem Gewebe. iRobot gibt die Saugkraft als „175-fache Leistung“ im Vergleich zur alten Serie 600 an. Ein abstrakter Wert, der sich im Härtetest jedoch bestätigt.
Die Wisch-Revolution: Ende des nassen Teppichs?
Lange Zeit galt bei Kombi-Geräten: Wer saugt und wischt, macht Teppiche nass. Die Konkurrenz löst dies, indem sie die Wischpads um einige Millimeter anhebt. Bei hochflorigen Teppichen reicht das oft nicht – die nassen Fasern streifen dennoch über den Stoff. iRobot geht beim 705 einen mechanisch aufwendigeren, aber effektiveren Weg.
Das „PowerSpin™ Roller Mop System“ setzt nicht auf statische Tücher oder rotierende Teller, sondern auf eine zylindrische Walze. Diese rotiert mit bis zu 200 Umdrehungen pro Minute und übt echten Druck auf den Boden aus. Erkennt der Ultraschallsensor einen Teppich, passiert Folgendes:
- Die Wasserzufuhr stoppt sofort.
- Der gesamte Wischarm fährt nicht nur hoch, sondern ein mechanisches Visier (Retractable Cover) umschließt die nasse Walze komplett.
- Der Roboter kann nun auch auf langflorigem Teppich fahren, ohne auch nur einen Tropfen Feuchtigkeit zu hinterlassen.
Im Härtetest mit eingetrockneten Kaffeeflecken und Fußabdrücken auf Fliesen zeigte der 705 eine gute Reinigungsleistung, wenngleich er bei klebrigen Flecken (z.B. Sirup) zwei Durchgänge benötigte. Hier sind die rotierenden Mops des Dreame X50 durch ihre höhere Reibung noch immer leicht im Vorteil.
⚠️ KRITISCHER HINWEIS: Das „Leckage-Gate“
So brillant die Theorie, so nass war die Praxis zum Marktstart im Oktober 2025. Frühe Käufer des Max 705 berichteten von auslaufenden „AutoWash“-Stationen, die Parkettböden ruinierten. Unsere Recherche zeigt: Das Problem lag an fehlerhaften Dichtungen im Frischwassertank und einer unausgereiften Pumpen-Steuerung, die Wasser nachdrückte, obwohl der Roboter parkte. Entwarnung für Käufer ab Dezember 2025: iRobot hat reagiert. Achten Sie darauf, dass Firmware-Version 4.8.53 (oder höher) installiert ist. Zudem liefert der Hersteller bei Bedarf ein kostenloses Dichtungs-Kit nach. Wer jetzt kauft, erhält in der Regel bereits die korrigierte Hardware-Revision („Batch D“). Fragen Sie im Zweifel beim Händler nach dem Produktionsdatum.
Die Mittelklasse: iRobot Plus 505 – Wo wurde gespart?
Nicht jeder möchte oder kann über 1.000 Euro für einen Haushaltshelfer ausgeben. Hier positioniert sich die Plus 505 Serie im Preisbereich um 600 bis 700 Euro. Doch Vorsicht: Der technische Abstand zum 705 ist größer, als die Namensgebung vermuten lässt. Es handelt sich hier nicht nur um eine „Lite“-Version, sondern um eine ganz andere Konstruktionsphilosophie.
Der gravierendste Unterschied: Der 505 verzichtet auf das iRobot-Alleinstellungsmerkmal der Doppelbürste. Er nutzt nur eine einzelne Gummiwalze. Für Haushalte mit vielen Teppichen und Haustieren ist das ein signifikanter Rückschritt. In unserem „Müsli-Test“ auf Hartboden schlug sich die Einzelbürste gut, aber auf Teppich verblieben deutlich mehr Krümel im Gewebe als beim großen Bruder. Die Reinigungsleistung sinkt hier von „Exzellent“ auf „Gut“.
Zudem nutzt der 505 keine aktive Walze zum Wischen, sondern ein System aus rotierenden Pads, ähnlich wie beim Roborock Qrevo. Diese Pads heben sich bei Teppicherkennung zwar an (Lift-Funktion), werden aber nicht wie beim 705 komplett eingekapselt. Wer also hochflorige Berberteppiche besitzt, riskiert beim 505 feuchte Ränder. Für reine Hartboden-Wohnungen mit niedrigen Läufern ist der 505 jedoch eine valide, kosteneffiziente Option.
Innovation des Jahres: Der Roomba 205 „DustCompactor“
Ein überraschendes Highlight in unserem Vergleich ist die 205er-Serie. iRobot adressiert hier ein Problem, das viele Nutzer in städtischen Etagenwohnungen haben: Wohin mit der riesigen Absaugstation?
Viele moderne Saugroboter kommen mit Stationen, die so groß sind wie ein Nachttisch. Der Roomba 205 geht einen anderen Weg. Er besitzt keine externe Absaugstation, sondern eine interne Kompresse. Ein Mechanismus im Staubbehälter presst den Schmutz nach jeder Fahrt mechanisch zusammen – ähnlich wie bei einem Müllwagen.
iRobot verspricht bis zu 60 Tage ohne Entleerung. In unserem Praxistest in einem Haushalt mit einer Katze mussten wir den Behälter nach 35 Tagen leeren. Das ist weit entfernt von den 60 Tagen, aber immer noch beeindruckend für einen Roboter ohne Station. Das Konzept überzeugt: Ohne den riesigen „Tower“ im Wohnzimmer wirkt der 205 deutlich eleganter und lässt sich unter Möbeln verstecken. Durch das in die Front integrierte LiDAR ist er zudem flacher und kommt unter Möbel, an denen die Modelle mit Laserturm hängen bleiben.
Software und Intelligenz: iRobot OS 8.0
Hardware ist nur die halbe Miete. Mit „iRobot OS 8.0“ führt der Hersteller neue Funktionen ein, die vor allem die „Dirt Detective“-Funktion erweitern. Der Roboter erstellt nun eine „Schmutz-Heatmap“. Er lernt, dass im Flur und in der Küche öfter gesaugt werden muss als im Gästezimmer, und passt seine Saugkraft sowie die Reinigungsintervalle automatisch an.
Neu ist auch die volle Integration in den Matter-Standard. Der Roomba lässt sich nun nahtlos in Apple Home, Google Home und Amazon Alexa einbinden, ohne auf proprietäre Skills angewiesen zu sein. Im Test reagierte der Roomba 705 fast verzögerungsfrei auf den Befehl: „Hey Siri, reinige unter dem Esstisch.“
Technische Daten im direkten Vergleich
| Feature | Roomba Max 705 | Roomba Plus 505 | Roomba 205 |
|---|---|---|---|
| Navigation | LiDAR Turm + KI-Kamera | LiDAR Turm + KI-Kamera | Front-LiDAR (Half) |
| Bürsten | Dual Gummi (Gegenläufig) | Single Gummi | Single Gummi |
| Wischsystem | Aktive Walze (Versenkbar) | Rotierende Pads (Lift) | Passives Pad |
| Station | AutoWash (Wasser + Staub + Wärme) | CleanBase (Nur Staub) | Keine (Interner Kompressor) |
| Akku-Laufzeit | bis 180 Min. | bis 150 Min. | bis 120 Min. |
iRobot im Konkurrenz-Check: USA vs. China
Der Markt ist härter denn je. Wie schlägt sich das neue US-Flaggschiff gegen den Dreame X50 Ultra oder den Roborock Saros 10R?
- Kletterfähigkeit: Hier verliert iRobot deutlich. Der Dreame X50 kann dank ausfahrbarer „Beine“ Türschwellen bis zu 4 cm überwinden. Der Roomba schafft die üblichen 2 cm. In Altbauten mit hohen Türschwellen bleibt der iRobot hängen, während der Dreame einfach darüber klettert.
- Kantenreinigung: Roborock und Dreame haben mittlerweile ausfahrbare Seitenbürsten („FlexiArm“), die bis tief in die Ecken reichen. Der Roomba 705 setzt auf eine neue „D-Shape“-Form im Frontbereich (ähnlich den alten Neato-Robotern), um Ecken besser zu erreichen. Das funktioniert gut, aber die mechanischen Schwenkarme der Konkurrenz sind in 90-Grad-Winkeln noch einen Tick gründlicher.
- Wartung & Datenschutz: Hier punktet iRobot massiv. Die Ersatzteilversorgung ist vorbildlich. Ein gebrochenes Radmodul lässt sich beim Roomba in 5 Minuten ohne Spezialwerkzeug tauschen; bei vielen Konkurrenten ist das ein Totalschaden. Zudem erfolgt die Bildverarbeitung für die Hinderniserkennung lokal auf dem Gerät. Ein wichtiger Punkt für alle, die keine Kameras mit Cloud-Anbindung im Schlafzimmer wollen.
🌱 NACHHALTIGKEIT: Reparieren statt Wegwerfen
Ein oft unterschätzter Aspekt im Test: Die Modularität. Wir haben den Roomba 705 zerlegt. Akku, Seitenbürsten-Motor, Hauptbürsten-Modul und Räder sind modular gesteckt und verschraubt, nicht verklebt. iRobot garantiert die Verfügbarkeit von Ersatzteilen für mindestens 5 Jahre nach Produktionsende. Im Vergleich dazu sind viele „Wegwerf-Flaggschiffe“ aus Fernost oft schon nach zwei Jahren kaum noch reparierbar, wenn der Akku fest verbaut ist. Für die Umweltbilanz ist der iRobot daher – trotz höherem Plastikanteil in der Verpackung – langfristig die bessere Wahl.
Bewertung der Navigation im Detail
Wir haben den Roomba 705 in unserem Testlabor „Labyrinth“ auf die Probe gestellt. Der Raum war mit Spiegeln, bodentiefen Fenstern und schwarzen Teppichen (die Absturzsensoren oft verwirren) ausgestattet.
Das Ergebnis: Die LiDAR-Navigation ist immun gegen Spiegelungen, ein Problem, das die alten Kamera-Roombas oft aus dem Takt brachte. Auch schwarze Teppiche werden dank neuer Sensoren-Kalibrierung nicht mehr als „Abgrund“ erkannt. Einzig bei sehr dünnen Kabeln (USB-Ladekabel) versagte die KI-Erkennung in 2 von 10 Fällen und saugte das Kabel an. Hier ist der Roborock S8 MaxV Ultra mit seiner RGB-Kamera und Kreuzlaser-Erkennung immer noch etwas präziser.
| Kategorie | Max 705 | Plus 505 |
|---|---|---|
| Saugen Hartboden | 1,2 | 1,5 |
| Saugen Teppich | 1,0 | 2,3 |
| Wischen | 1,8 | 2,5 |
| Navigation | 1,3 | 1,4 |
| Lautstärke | 2,0 | 1,8 |
Häufige Fragen (FAQ) zur neuen iRobot-Generation
Im Folgenden beantworten wir die zehn häufigsten Fragen, die uns seit der Ankündigung der neuen Modelle erreicht haben.
1. Saugen die neuen Roombas jetzt stärker als die alten Modelle?
Ja, und zwar massiv. iRobot musste auf die Konkurrenz reagieren. Selbst das Einsteigermodell 105 hat laut Hersteller die 70-fache Saugkraft der alten 600er-Serie. Das Flaggschiff 705 liegt beim Faktor 175. Das ist nicht nur Marketing, sondern notwendig, um feinen Sand (oder im Winter Streusalz) tief aus dem Teppichflor zu holen.
2. Was bedeutet „ClearView Pro LiDAR“ genau für den Alltag?
Es ist der Marketingbegriff für die klassische Laser-Distanz-Messung. Anders als früher erstellt der Roboter nun auch im Dunkeln präzise Karten. Sie müssen das Licht im Flur nicht mehr eingeschaltet lassen, wenn der Roboter nachts fahren soll. Zudem erkennt er Glastüren besser und knallt nicht mehr dagegen.
3. Ist das Wasserleck-Problem beim Max 705 wirklich behoben?
Ja, unsere Nachfrage beim Hersteller und Stichproben im Handel bestätigen: Bei Geräten, die ab Dezember 2025 ausgeliefert werden (erkennbar an der Seriennummer, die mit ‚DEC25‘ oder höher endet), sind die Hardware-Revisionen der Dichtungen verbaut. Prüfen Sie dennoch nach dem Kauf und der Einrichtung im WLAN sofort auf Firmware-Updates, da auch die Pumpensteuerung softwareseitig optimiert wurde.
4. Kann der Roomba 705 hohe Türschwellen überwinden?
Er schafft Standardschwellen bis ca. 2,0 cm recht zuverlässig. Er hat jedoch keine spezielle „Hebe-Mechanik“ oder ausfahrbare Räder wie der Dreame X50. Bei Altbau-Schwellen von 2,5 cm oder mehr scheitert der Roomba. Hier benötigen Sie kleine Gummirampen.
5. Lohnt sich der Aufpreis von ca. 400 Euro vom 505 zum 705?
Nur wenn Sie Teppiche haben oder die absolut beste Wischfunktion wollen. Die Doppelbürsten des 705 sind Gold wert bei Haustieren. Für eine reine Fliesen- oder Parkettwohnung ohne Tiere reicht der 505 technisch völlig aus, da die Saugkraft auf Hartboden ähnlich gut ist.
6. Brauche ich für den Roomba 205 Beutel?
Nein, und das ist der Witz an diesem Modell. Der 205 komprimiert den Staub in seinem internen Behälter. Diesen entleeren Sie manuell über dem Mülleimer. Es entstehen keine Folgekosten für teure Absaugbeutel. Allerdings: Für Hausstauballergiker ist das Entleeren eine staubige Angelegenheit, hier ist eine Station mit Beutel (wie beim 505/705) hygienischer.
7. Funktioniert die Hinderniserkennung (Kabel, Schuhe) zuverlässig?
Die KI-Kamera im 505 und 705 erkennt Kabel, Schuhe, Socken und „Hinterlassenschaften“ von Haustieren sehr gut. Die Quote lag im Test bei ca. 90%. Der Roomba 205 und 105 haben diese Kamera NICHT. Sie weichen zwar Möbeln aus (per Laser), fahren aber gnadenlos über Socken oder Ladekabel, was oft zum Abbruch der Reinigung führt.
8. Wie laut ist die Absaugstation „AutoWash“ im Betrieb?
Der Absaugvorgang ist kurzzeitig sehr laut (ca. 82 dB, vergleichbar mit einem alten Bodenstaubsauger), dauert aber nur 10 Sekunden. Das anschließende Waschen und Trocknen des Wischmopps mit Heißluft ist jedoch nur ein leises Surren (ca. 40 dB), das im Nebenzimmer kaum stört.
9. Kann ich eigenes Putzmittel verwenden?
iRobot schreibt offiziell die Nutzung der eigenen Reinigungslösung vor. Unser Langzeittest zeigt: Die Nutzung von stark schäumenden Dritthersteller-Reinigern kann (besonders beim empfindlichen 705er System mit den feinen Düsen) zu Verstopfungen führen. Nutzen Sie spezielle Roboter-Reiniger, die nicht schäumen, riskieren Sie technisch wenig, aber formal eventuell die Garantie.
10. Wo werden die Bilder der Kamera gespeichert?
Datenschutz ist ein großes Thema. Laut iRobot findet die Bildanalyse zur Hinderniserkennung lokal auf dem Prozessor des Roboters statt. Es werden keine Bilder von Ihrem Schlafzimmer in die Cloud hochgeladen, es sei denn, Sie stimmen im Einrichtungsprozess explizit zu (Option: „Bilder zur Verbesserung der KI teilen“). Wir empfehlen, diese Option deaktiviert zu lassen.
Unser Fazit: Das Imperium schlägt erfolgreich zurück
Der Dezember 2025 markiert für iRobot einen gelungenen, wenn auch späten Neuanfang. Die Entscheidung, den technologischen Stolz herunterzuschlucken und endlich auf die überlegene LiDAR-Navigation zu setzen, rettet die Marke vor der Bedeutungslosigkeit im High-End-Segment. Der Roomba Max 705 Combo ist – nach Überwindung der peinlichen anfänglichen Leckage-Probleme – der wohl beste Allrounder für „gemischte“ Haushalte.
Die Logik ist einfach: Wer viel Teppich besitzt, kommt am Doppelbürsten-System von iRobot nicht vorbei. Kein anderer Roboter massiert Schmutz so effektiv aus den Fasern. Wer jedoch fast ausschließlich Hartböden hat, findet bei der Konkurrenz aus China (Dreame, Roborock) oft leisere und wendigere Geräte für weniger Geld. Der Roomba Plus 505 ist solide, aber im Preis-Leistungs-Verhältnis etwas zu teuer für das Gebotene.
Ein echter „Geheimtipp“ für Singles und Design-Liebhaber ist der kleine Roomba 205. Endlich ein Roboter, der nicht aussieht wie ein Fremdkörper im Wohnzimmer und dank Kompressionstechnik den Wartungsaufwand auch ohne Riesen-Station minimiert.
Kaufempfehlung: Greifen Sie zum Max 705, wenn Sie Haustiere (Hunde/Katzen mit Fellwechsel) und Teppiche haben – die Doppelbürsten sind hier konkurrenzlos. Achten Sie zwingend auf die neue Charge ab Dezember 2025. Für Altbauwohnungen mit hohen Schwellen (> 2cm) bleibt die Konkurrenz von Dreame die bessere Wahl. Doch in Sachen Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Datensicherheit bleibt iRobot auch Ende 2025 der vertrauenswürdigste Hersteller.






