Ein Luftbefeuchter soll die Atemwege im Winter schonen. Ausgerechnet die beliebtesten Geräte können das Gegenteil bewirken: Alle drei Ultraschall-Vernebler im Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 10/2025) können Bakterien aus dem Tank in die Raumluft blasen. Dazu kommen Kalkstaub aus dem Leitungswasser und Folgekosten von bis zu 247 Euro im Jahr, die auf keinem Karton stehen. Wir haben Prüfergebnisse aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Studien zu Keimen und Feinstaub sowie die Datenblätter von Beurer, Philips, Venta, Stadler Form, Levoit und Dreo ausgewertet. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer befeuchten muss, sollte verdunsten statt vernebeln.

Heizungsluft ist trocken, weil kalte Luft kaum Wasser trägt

Trockene Luft im Winter ist Physik, kein Defekt der Wohnung. Ein Kubikmeter Luft kann bei 0 Grad höchstens rund 4,9 Gramm Wasserdampf aufnehmen, bei 21 Grad sind es rund 18,3 Gramm. Kommt Außenluft mit 0 Grad und 80 Prozent relativer Feuchte beim Lüften herein und wird auf 21 Grad erwärmt, enthält sie weiterhin nur rund 3,9 Gramm Wasser pro Kubikmeter. Die relative Feuchte sinkt dadurch auf etwa 21 Prozent (eigene Rechnung nach der Magnus-Formel).

Das Umweltbundesamt empfiehlt für Wohnräume eine relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent. Die Stiftung Warentest rät in ihrem Test dazu, die Feuchte vor dem Kauf mehrere Tage mit einem Hygrometer zu messen: Liegt sie selten deutlich unter 30 Prozent, ist ein Gerät verzichtbar. Ein einfaches Hygrometer kostet unter 10 Euro und ist die sinnvollste erste Ausgabe in diesem Ratgeber.

Warum 40 Prozent als Untergrenze gelten, zeigt eine Laborstudie des US-Arbeitsschutzinstituts NIOSH (Noti et al., PLoS ONE 2013): Bei höchstens 23 Prozent Luftfeuchte waren eine Stunde nach einem simulierten Husten noch 70 bis 77 Prozent der Grippeviren infektiös, bei 43 Prozent nur noch 14 Prozent. Das ist ein Laborbefund, keine Infektionsstudie am Menschen. Er erklärt aber, warum Fachleute im Winter nicht unter 40 Prozent fallen möchten.

Recherche-Fakten

  • Kein Energielabel: Für Luftbefeuchter gibt es weder ein EU-Energielabel noch Ökodesign-Vorgaben; die Sicherheitsnorm DIN EN 60335-2-98 regelt die elektrische Sicherheit, aber keine Keimbelastung.
  • Philips: Die Luftbefeuchter der Marke Philips stammen von Versuni, der früheren Haushaltsgerätesparte, die Philips 2021 für 3,7 Milliarden Euro an den chinesischen Finanzinvestor Hillhouse verkauft hat.
  • Levoit: Levoit gehört zur VeSync Co. mit Sitz in Shenzhen, die sich am 7. Mai 2025 nach einer Übernahme durch eine Gesellschaft der Gründer von der Hongkonger Börse zurückgezogen hat.
  • Venta: Fred Hitzler gründete Venta 1981 in Weingarten; das Unternehmen bezeichnet sein Gerät als ersten Luftwäscher und fertigt bis heute am Firmensitz in Oberschwaben.
  • Stadler Form: Die Schweizer Marke aus Zug brachte 1999 mit „Fred“ ihren ersten Luftbefeuchter auf den Markt, entworfen vom Designer Matti Walker.
  • Boneco: Die Marke Boneco gehört zur Plaston-Gruppe aus Widnau im Kanton St. Gallen, die 1956 gegründet wurde.

Vier Bauarten, ein klarer Verlierer bei der Hygiene

Luftbefeuchter bringen Wasser auf vier Wegen in die Luft. Die Bauart entscheidet über Hygiene, Stromverbrauch und Pflegeaufwand stärker als jede Markenfrage.

  • Verdunster saugen Raumluft durch eine nasse Filtermatte. Das Wasser verdunstet als reiner Wasserdampf, Keime und Kalk bleiben in der Matte. Je feuchter der Raum, desto langsamer verdunstet es.
  • Luftwäscher wie die Geräte von Venta arbeiten nach demselben Prinzip, nutzen aber rotierende Kunststoffscheiben statt einer Matte. Es gibt keinen Filter zu tauschen, dafür steht das Wasser in einem offenen Bad.
  • Verdampfer kochen Wasser und geben Dampf ab. Das Kochen tötet Keime ab, kostet aber viel Strom, und Dampf sowie Wasser sind heiß.
  • Ultraschall-Vernebler zerstäuben Wasser mit einer schwingenden Membran zu feinen Tröpfchen. Alles, was im Tank ist, gelangt mit in die Raumluft: Keime ebenso wie gelöster Kalk.
Bauart Leistungsaufnahme (Beispiele) Strom pro Saison* Hygiene Verbrauchsmaterial
Verdunster 6-26 W (Stadler Form Oskar, Beurer LB 300 Plus) ca. 3-12 Euro Dampf keimfrei, Matte muss gewechselt werden Filtermatte, z. B. Philips FY2401 rund 19-25 Euro, Wechsel etwa alle 6 Monate
Luftwäscher 2-6,5 W (Venta LW25) ca. 1-3 Euro Wasserbad ist Keimreservoir, Hygienemittel nötig Venta-Hygienemittel, 500 ml rund 15-17 Euro
Verdampfer 145-480 W (Boneco S250, S450) ca. 64-213 Euro keimfrei durch Kochen, Verbrühungsgefahr Anti-Kalk-Pads, Entkalker
Ultraschall 20-29 W (Beurer LB 37, Boneco U350) ca. 9-13 Euro verteilt Keime und Kalk aus dem Tank Entkalkerpatrone, Filterschwamm, ggf. destilliertes Wasser

*Eigene Rechnung: 8 Stunden täglich an 150 Heiztagen bei maximaler Leistung und 37 Cent pro Kilowattstunde. Mit Hygrostat laufen die Geräte seltener auf voller Stufe. Leistungswerte sind Herstellerangaben (Stand: Oktober 2026).

Der Wattvergleich übertreibt den Abstand zwischen Verdampfer und Verdunster etwas. Ein Liter Wasser braucht zum Verdunsten immer rund 0,63 Kilowattstunden Energie. Beim Verdampfer kommt sie aus der Steckdose, beim Verdunster entzieht sie der Raumluft Wärme, die Ihre Heizung nachliefert. Eine Gasheizung oder Wärmepumpe liefert diese Wärme aber deutlich günstiger als Strom zu 37 Cent. Der Verdampfer bleibt deshalb die teuerste Bauart im Betrieb.

Welcher Luftbefeuchter passt zu Ihnen?

Vier Fragen, eine konkrete Empfehlung zu Bauart und Gerät

1 Welche Luftfeuchte zeigt Ihr Hygrometer im Mittel mehrerer Tage?
2 Wie groß ist der Raum?
3 Was ist Ihnen am wichtigsten?
4 Wie ist das Gebäude gedämmt?
Ihre Empfehlung

Unsere Empfehlungen: Verdunster von Beurer und Philips, Luftwäscher von Venta

Grundlage unserer Auswahl sind der Vergleichstest der Stiftung Warentest (test 10/2025, gemeinsam mit dem österreichischen VKI), der Test des ETM Testmagazins (03/2026), die Keimtests von Kassensturz und Öko-Test sowie die Datenblätter der Hersteller. Ultraschallgeräte haben wir wegen der Hygiene-Befunde bewusst nicht aufgenommen.

Unsere Top-Empfehlung

Beurer LB 300 Plus ist nach unserer Auswertung der beste Luftbefeuchter für Schlaf- und Arbeitszimmer bis etwa 30 Quadratmeter. Der Kaltverdunster wurde bei der Stiftung Warentest Testsieger (gut, 1,9) mit der Teilnote „sehr gut“ (0,9) für die Keimbelastung, und das ETM Testmagazin vergab 03/2026 ebenfalls „sehr gut“. Mit rund 120 bis 130 Euro im Handel (Stand: Oktober 2026) kostet er weniger als Venta- oder Stadler-Form-Geräte.

Unsere Empfehlung Beurer LB 300 Plus Luftbefeuchter, TESTSIEGER Stiftung Warentest, mit energieeffizienter Kaltverdunstungstechnologie, farbiger Luftfeuchtigkeitsindikator, Filtertrocknungsfunktion, Räume bis ca. 45m²

Beurer LB 300 Plus

Für Schlaf- und Arbeitszimmer bis etwa 30 m²

125,99€

Der Verdunster gibt laut Beurer bis zu 300 Milliliter Wasser pro Stunde ab und regelt über einen Hygrostat auf 40, 50 oder 60 Prozent. Bei der Stiftung Warentest erhielt er die Teilnoten „sehr gut“ (0,9) für Keimbelastung und „gut“ (1,7) für die Handhabung. Beurer gibt drei Jahre Garantie (UVP 179,99 Euro, im Handel rund 120 bis 130 Euro, Stand: Oktober 2026).

  • Stärke: Laut Beurer nannten die Tester ihn „das ausgewogenste Gerät ohne große Schwächen“; dazu kommen „sehr gut“ (1,0) für Sicherheit und „gut“ für Befeuchtung (2,3).
  • Besonderheit: Zur IFA 2026 hat Beurer mit dem LB 100 (bis 250 ml/h, UVP 89,99 Euro, ab Oktober 2026) einen kleineren Verdunster angekündigt, der noch nicht unabhängig getestet ist.
  • Einschränkung: Der Tank fasst 3 Liter, laut Warentest nutzbar 2,8 Liter. Bei voller Leistung müssen Sie ihn etwa alle neun bis zehn Stunden füllen, der Filter kostet extra und hält laut Beurer rund sechs Monate.
Stärkste Befeuchtung

Philips HU5710/03 (5000 Series)

Für Wohnzimmer und offene Räume bis etwa 50 m²

Der Philips-Verdunster erreichte als einziges Gerät im Warentest die Note „sehr gut“ für die Befeuchtung. Philips nennt 400 Milliliter pro Stunde, einen 4,5-Liter-Tank und 14,1 Watt Leistungsaufnahme. Im Handel kostet er ab rund 129 Euro (Stand: Oktober 2026).

  • Stärke: Beste Befeuchtungsnote im Test bei 14,1 Watt Leistungsaufnahme.
  • Besonderheit: Der eingebaute Feuchtesensor zeigt laut Philips-FAQ bewusst niedrigere Werte als ein Standard-Hygrometer an. Kontrollieren Sie die Raumfeuchte deshalb separat.
  • Einschränkung: Gesamturteil nur „befriedigend“: Das Testgerät lief laut Bericht erst nach mehrfachem Zusammen- und Auseinanderbauen fehlerfrei.
Ohne Filtermatte VENTA Luftbefeuchter LW25 Classic Original Weiß | Für Räume bis 49 m² | leise 21 dB(A) | energieeffizient 2 Watt | Hygienische Kaltverdunstung ohne Filter | 7 L Tank

Venta LW25 Classic Original

Für Menschen, die keine Filter nachkaufen möchten

211,76€

Der Luftwäscher befeuchtet über rotierende Scheiben in einem 7-Liter-Wasserbad und braucht laut Venta nur 2 bis 6,5 Watt. Das getestete Schwestermodell LW25 Comfort Plus erhielt bei der Stiftung Warentest die Bestnote „sehr gut“ für die Keimbelastung. Im Handel kostet er ab rund 210 Euro (Stand: Oktober 2026).

  • Stärke: Niedrigster Stromverbrauch aller Bauarten und kein Filterwechsel.
  • Besonderheit: Venta fertigt in Weingarten und gibt 339 Milliliter pro Stunde nach dem US-Prüfstandard AHAM bei 21 Grad und 30 Prozent Feuchte an.
  • Einschränkung: Venta schreibt alle 14 Tage 50 Milliliter Hygienemittel vor, das sind bei Dauerbetrieb rund 40 Euro im Jahr. Das Mittel enthält laut Sicherheitsdatenblatt quartäre Ammoniumverbindungen, die Warentest nicht gezielt untersucht hat. Im Test gab es Abzug, weil der Füllstand von außen nicht ablesbar ist.
Für große Räume Stadler Form Luftbefeuchter Oskar big, für große Räume bis 100 m² | Stilvoller Raumbefeuchter für Schlafzimmer und Kinderzimmer, mit Abschalt-Automatik, Nacht-Modus, sehr leise, weiß

Stadler Form Oskar big

Für Wohnräume über 50 m² und offene Grundrisse

166,99€

Stadler Form gibt für den großen Oskar Räume bis 100 Quadratmeter an, Händler nennen 700 Gramm Wasser pro Stunde, 6 Liter Tank und 32 Watt maximale Leistung. Im Handel kostet er ab rund 165 Euro (Stand: Oktober 2026).

  • Stärke: Hohe Verdunstungsleistung ohne Keimrisiko aus dem Tank.
  • Besonderheit: Seit Oktober 2025 verkauft Stadler Form mit Noah und Noah Pro Nachfolger mit App und Hygrostat, ebenfalls Verdunster. Unabhängige Tests dazu haben wir nicht gefunden.
  • Einschränkung: Beim kleineren Oskar ermittelte die Stiftung Warentest die höchsten Folgekosten im Test: 247 Euro pro Jahr für Filter, Entkalker und den empfohlenen „Water Cube“. Das ETM Testmagazin vergab demselben Gerät „sehr gut“ (1,4); dort ist Hygiene kein eigenes Prüfkriterium.
Modell Bauart Leistung (Hersteller) Tank Leistungsaufnahme Warentest 10/2025 Preis (Stand: Okt. 2026)
Beurer LB 300 Plus Verdunster 300 ml/h 3 l 26 W gut (1,9) ca. 120-130 Euro
Philips HU5710/03 Verdunster 400 ml/h 4,5 l 14,1 W befriedigend ab ca. 129 Euro
Venta LW25 Classic Original Luftwäscher 339 ml/h 7 l 2-6,5 W befriedigend (Comfort Plus) ab ca. 210 Euro
Stadler Form Oskar big Verdunster 700 g/h (Handelsangabe) 6 l 32 W nicht getestet (Oskar: befriedigend) ab ca. 165 Euro
Xiaomi Smart Evaporative Humidifier Verdunster 400 ml/h ca. 4 l keine Angabe gut (2,1) keine Angabe
Levoit Dual 200S Ultraschall keine Angabe 3 l keine Angabe befriedigend (Pro-Version) 54,99 Euro

Der Xiaomi-Verdunster war im Warentest der Zweitplatzierte. Die Zielfeuchte lässt sich bei ihm nur per App einstellen, nicht am Gerät. Wer kein Smartphone-Konto anlegen möchte, ist mit dem Beurer besser bedient.

Levoit, Dreo und Co.: Warum wir Ultraschall-Vernebler nicht empfehlen

Ultraschallgeräte dominieren die Bestsellerlisten, weil sie leise, klein und günstig sind. Im deutschen Shop von Levoit sind zehn Luftbefeuchter gelistet, der einzige Verdunster darunter, der Superior Studio 450S, war bei unserer Recherche ausverkauft. Dreo führt im deutschen Shop sieben Modelle, darunter keinen Verdunster. Beide Marken verkaufen damit fast ausschließlich die Bauart, die in unabhängigen Hygiene-Tests seit Jahren am schlechtesten abschneidet.

Keime: Millionen Bakterien pro Stunde in der Raumluft

Die Befunde sind über Länder und Jahre hinweg konsistent:

  • Stiftung Warentest (10/2025): Alle drei getesteten Vernebler können Bakterien aus dem Tank in die Luft blasen. Der Levoit Dual 200S Pro war der einzige Vernebler mit „befriedigend“, wurde aber wegen zu hoher Keimbelastung abgewertet.
  • Kassensturz und Saldo (Schweiz, 2019): Alle vier Ultraschallgeräte waren „ungenügend“. Sie gaben 2,6 bis über 23 Millionen koloniebildende Einheiten pro Stunde ab. Als gesundheitlich bedenklich gelten laut Bericht bereits 20.000.
  • Öko-Test (Einkauf 2018): Fünf von acht Geräten gaben viele Bakterien ab, mit Spitzenwerten von über 60 Millionen pro Stunde.
  • Consumer Reports (USA, 2016): Alle Ultraschallgeräte gaben Bakterien ab, keiner der zehn Verdunster.

Die Folgen können ernst sein. In einer Fallserie in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (2006) hatten 12 von 14 Nutzern von Ultraschall-Kaltverneblern eine Befeuchterlunge, eine allergische Entzündung der Lungenbläschen. Auf einer Säuglingsstation in Zypern löste 2013 ein verkeimter Ultraschall-Vernebler Legionellen-Infektionen bei 9 von 32 Neugeborenen aus, drei starben (Clinical Infectious Diseases, 2013). Das sind Extremfälle mit stark verunreinigtem Wasser. Sie zeigen aber, warum die Bauart bei schlechter Pflege riskanter ist als jede andere.

Kalkstaub: Feinstaub aus dem Wasserhahn

Ultraschallgeräte zerstäuben auch die Mineralien aus dem Leitungswasser. Was als weißer Staub auf Möbeln landet, schwebt vorher als Feinstaub in der Luft. Forschende der Virginia Tech maßen mit Leitungswasser etwa 13-mal so viele Partikel wie ohne Gerät; Kinder nehmen nach ihren Berechnungen relativ mehr davon auf als Erwachsene. Die University of Alberta fand 2020 mit destilliertem Wasser dagegen keinen messbaren Feinstaub.

Das US-Testportal HouseFresh hat 2026 sechzehn Geräte mit Leitungswasser gemessen. Den höchsten Feinstaub-Spitzenwert (PM2,5) erreichte der Levoit LV600S mit 879 Mikrogramm pro Kubikmeter, gefolgt vom Dreo 306 mit 503. Der Verdunster Levoit Superior 6000S kam auf 0,9 Mikrogramm. Das sind kurzzeitige Spitzen, keine Tagesmittel. Zum Vergleich: Die WHO empfiehlt für Feinstaub im Tagesmittel höchstens 15 Mikrogramm.

Destilliertes Wasser löst das Kalkproblem, verschärft aber die Kosten: Laut Stiftung Warentest kann es mehrere hundert Euro im Jahr kosten. Und in Kanistern gelagertes destilliertes Wasser kann ebenfalls verkeimen; in der Fallserie von 2006 nutzten die meisten Erkrankten genau solches Wasser.

Wenn Sie schon einen Ultraschall-Vernebler besitzen

  • Leeren Sie den Tank täglich und füllen Sie frisches Wasser nach, statt nachzufüllen.
  • Reinigen Sie Tank und Membran mindestens wöchentlich nach Anleitung.
  • Nutzen Sie bei hartem Wasser destilliertes Wasser aus frisch geöffneten Flaschen.
  • Geben Sie keine ätherischen Öle oder Desinfektionsmittel in den Tank. Levoit und Philips untersagen das in ihren Anleitungen.
  • Stellen Sie das Gerät nicht direkt ans Bett oder in Kinderzimmer.

Levoit und Dreo bieten auch Warmnebel- und Hybridgeräte an, die Wasser vor dem Vernebeln erhitzen, etwa den Dreo HM713S mit 280 Watt oder den Levoit OasisMist 450S. Das Erhitzen senkt die Keimbelastung, verwandelt aber einen sparsamen Vernebler in ein Gerät mit Verdampfer-Stromverbrauch. Den Kalk im Leitungswasser beseitigt es nicht.

Die wahren Kosten stecken im Verbrauchsmaterial, nicht im Strom

Der Kaufpreis ist bei Luftbefeuchtern nur der Anfang. Die Stiftung Warentest hat für alle acht Geräte im Test die jährlichen Betriebskosten berechnet: Strom und Wasser lagen bei keinem Gerät über 14 Euro. Mit Filtern, Ersatzteilen, Hygiene- und Entkalkungsmitteln kamen dagegen 13 bis 247 Euro pro Jahr zusammen. Das teuerste Gerät im Unterhalt war der Stadler Form Oskar.

Verbrauchsteil Preis Wechsel laut Hersteller Kosten pro Jahr (eigene Rechnung)
Philips-Filtermatte FY2401 (Serie 2000) ca. 19-25 Euro etwa alle 6 Monate ca. 38-48 Euro
Venta-Hygienemittel 500 ml ca. 15-17 Euro 50 ml alle 14 Tage ca. 20-22 Euro (Heizsaison) bis 44 Euro (ganzjährig)
Boneco-Wasserfilter A250 (Ultraschall) ca. 20,50 Franken bis 6 Monate ca. 41 Franken
Boneco Anti-Kalk-Pads A451 (Verdampfer) 6 Stück ca. 6 Euro alle 2-4 Wochen ca. 6-12 Euro (Heizsaison)

Preise aus dem Handel, Stand: Oktober 2026. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob es für Ihr Modell Ersatzfilter in Deutschland gibt und was sie kosten. Ein günstiges Gerät mit teurem Spezialfilter ist nach zwei Wintern teurer als ein Gerät mit Standardmatte.

Marketing-Versprechen im Faktencheck

Versprechen Was die Belege zeigen
„Für Räume bis 70 m²“ Es gibt keine verbindliche Norm für Raumangaben. Eine Auswertung von testundtipps.de fand Spannen von 7 bis 22 m² je 100 ml/h, also Faktor drei. Selbst Venta und Philips nennen für dasselbe Gerät in verschiedenen Unterlagen unterschiedliche Flächen.
„99 Prozent weniger Bakterien“ (Philips NanoCloud) Der Vergleich bezieht sich laut Philips-Fußnote auf Standard-Ultraschallmodule, also auf die schlechteste Bauart, nicht auf andere Verdunster.
„Antibakteriell“, UV-C, Silberionen Consumer Reports fand 2016 bei Geräten mit antimikrobiellen Versprechen keine verlässlich bessere Keimbilanz. UV-C-Lampen wie im Xiaomi Mi Smart Antibacterial behandeln nur das Wasser im Gerät, nicht die Raumluft.
„Luftwäscher reinigt die Luft“ Venta beansprucht selbst nur Partikel bis 10 Mikrometer, die Reinigungsfläche liegt laut Anleitung bei etwa der Hälfte der Befeuchtungsfläche. Ein unabhängiger Labortest zur Feinstaub-Reinigung fehlt. Gegen Pollen und Feinstaub hilft ein Luftreiniger mit HEPA-Filter.
„Mit Aroma-Funktion“ Öle gehören nur auf ein separates Aroma-Pad, nie in den Tank. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät bei Kindern unter drei Jahren zu besonderer Vorsicht mit Eukalyptus, Kampfer, Menthol und Thymian.

Zusätze im Wasser verdienen besondere Vorsicht. In Südkorea gaben Haushalte zwischen 1994 und 2011 Desinfektionsmittel in ihre Luftbefeuchter, um sie keimfrei zu halten. Die Mittel schädigten die Lunge. Bis Oktober 2026 hat der Staat 6.080 Menschen als Opfer anerkannt, das offizielle Opferportal führt 1.814 anerkannte Todesfälle. Der frühere Korea-Chef von Oxy Reckitt Benckiser wurde 2017 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Verwenden Sie deshalb nur Mittel, die der Hersteller für Ihr Gerät ausdrücklich vorsieht, oder gar keine.

Zu viel Feuchte bringt Schimmel

Ein Luftbefeuchter kann eine Wohnung auch zu feucht machen. Das Umweltbundesamt rät, spätestens ab 60 Prozent mehr zu lüften. Kritisch sind kalte Stellen: Schimmel wächst, wenn die Luft direkt an einer Oberfläche rund 80 Prozent Feuchte erreicht. Bei 21 Grad Raumtemperatur und 50 Prozent Raumfeuchte passiert das an jeder Wand, die kälter als etwa 13,6 Grad ist (eigene Rechnung).

Genau in diesem Bereich liegen Außenwandecken und Fensterlaibungen in vielen unsanierten Altbauten. Die DIN 4108-2 verlangt als Mindestwärmeschutz eine Oberflächentemperatur von rund 12,6 Grad bei minus 5 Grad Außentemperatur. Das Bayerische Landesamt für Umwelt empfiehlt für ungedämmte Altbauten im Winter deshalb höchstens 40 Prozent Raumfeuchte.

Was bedeutet das für Sie als Mieterin oder Mieter im Altbau?

Stellen Sie den Hygrostat Ihres Luftbefeuchters auf 40 Prozent, nicht auf 50 oder 60. Messen Sie mit einem separaten Hygrometer in der Nähe der kältesten Außenwand, nicht direkt neben dem Gerät. Steigt die Anzeige dort dauerhaft über 60 Prozent, schalten Sie den Befeuchter ab und lüften Sie zwei- bis dreimal täglich fünf Minuten stoßweise. Ein separates Hygrometer kostet unter 10 Euro und misst bei einfachen Geräten auf etwa plus/minus 5 Prozentpunkte genau.

Auch der eingebaute Sensor ist kein Ersatz für ein eigenes Hygrometer. Er sitzt im Gerät, also dort, wo die Luft gerade befeuchtet wird. Philips räumt in seiner FAQ ein, dass der Sensor bewusst niedriger anzeigt, und Blueair nennt Abweichungen von 5 Prozentpunkten oder mehr. Die Stiftung Warentest rät, auch bei Geräten mit Hygrostat separat zu messen.

Oft geht es auch ohne Gerät

Für ein 20-Quadratmeter-Schlafzimmer mit 50 Kubikmetern Luft braucht es nur etwa 137 Gramm Wasser, um die Feuchte bei 21 Grad von 30 auf 45 Prozent zu heben. Mit jedem Lüften geht die Feuchte aber wieder verloren. Bei einem halben Luftwechsel pro Stunde sind es nach unserer Rechnung rund 116 Gramm pro Stunde, in einer achtstündigen Nacht also knapp ein Liter. Zwei Menschen geben bei leichter Tätigkeit laut BauNetz Wissen zusammen bereits 60 bis 120 Gramm pro Stunde ab.

Maßnahme Feuchteabgabe Einschätzung
Wäsche drinnen trocknen 50-200 g/h (geschleuderte 4,5-kg-Ladung) wirksamste kostenlose Quelle, im Altbau aber schnell zu viel
Topfpflanze 5-20 g/h je Pflanze spürbar erst ab mehreren gut gegossenen Pflanzen
Wasserschale auf dem Heizkörper ca. 2-10 g/h praktisch wirkungslos, stehendes Wasser verkeimt
Raumtemperatur von 21 auf 19 Grad senken relative Feuchte steigt z. B. von 36 auf 40 Prozent wirksam und spart Heizkosten, nicht unter 19 bis 20 Grad tagsüber
Stoßlüften statt Kippfenster weniger Luftwechsel, Wände kühlen nicht aus sollte ohnehin Standard sein

Werte nach BauNetz Wissen und eigener Rechnung. Wie Sie im Winter richtig lüften, erklären wir in unserem Ratgeber zum Fensterlüften. Wer Wäsche drinnen trocknet und in einer feuchten Wohnung lebt, braucht eher das Gegenteil eines Befeuchters, siehe unseren Ratgeber zum Wäschetrocknen mit Luftentfeuchter und den Luftentfeuchter-Vergleich.

Weißer Luftbefeuchter und kleines Hygrometer auf einem Holz-Nachttisch in einem hellen Schlafzimmer

Pflege: Wöchentlich reinigen, täglich frisches Wasser

Jeder Luftbefeuchter ist nur so hygienisch wie seine Pflege. Auch Verdunster können innen Bakterien und Schimmel bilden, wenn sie vernachlässigt werden, betont die Stiftung Warentest. Im Warentest-Dauertest liefen die Geräte acht Wochen lang sechs Stunden täglich; danach wurde das Tankwasser auf Keime untersucht.

So bleibt Ihr Luftbefeuchter sauber

  • Täglich: Restwasser ausgießen und frisches Leitungswasser einfüllen. Bei Ultraschallgeräten destilliertes Wasser verwenden.
  • Wöchentlich: Tank und Wanne nach Anleitung reinigen, Kalk mit Zitronensäure oder dem vom Hersteller genannten Entkalker lösen.
  • Nach Herstellerintervall: Filtermatte tauschen. Riecht die Matte muffig oder ist sie hart verkalkt, früher wechseln.
  • Bei Pausen: Gerät komplett entleeren und trocknen lassen, nicht mit Restwasser stehen lassen.
  • Aufstellung: erhöht, auf wasserfester Fläche und mit dem Abstand zu Wänden und Möbeln, den die Anleitung nennt. Die Herstellerangaben reichen laut Warentest von 30 Zentimetern bis 2 Metern.

Achten Sie beim Kauf auf eine Gerätekonstruktion, die sich leicht reinigen lässt: große Tanköffnung, wenige verwinkelte Bauteile, spülmaschinenfeste Teile. Die Stiftung Warentest gewichtet die Handhabung mit 20 Prozent, weil ein Gerät, das sich schwer reinigen lässt, im Alltag seltener gereinigt wird.

Neue und verkalkte Filtermatte eines Verdunsters nebeneinander auf einer Küchenarbeitsplatte

Häufige Fragen

Welche Luftfeuchtigkeit ist im Winter ideal?
Das Umweltbundesamt empfiehlt 40 bis 60 Prozent. In schlecht gedämmten Altbauten sollten Sie im Winter 40 Prozent nicht dauerhaft überschreiten, weil sonst an kalten Wänden Schimmel droht.

Ist ein Ultraschall-Luftbefeuchter schädlich?
Nicht zwangsläufig, aber er ist die riskanteste Bauart. Ultraschallgeräte verteilen Keime und Mineralien aus dem Tank in die Raumluft. In Tests von Stiftung Warentest, Kassensturz, Öko-Test und Consumer Reports schnitten sie bei der Hygiene durchweg schlechter ab als Verdunster.

Welcher Luftbefeuchter ist am hygienischsten?
Verdampfer sind durch das Kochen keimfrei, verbrauchen aber 145 bis 480 Watt. Gut gepflegte Verdunster geben ebenfalls keimfreien Wasserdampf ab und brauchen nur einen Bruchteil des Stroms. Bei der Stiftung Warentest erhielten der Beurer LB 300 Plus und der Venta LW25 Comfort Plus die Note „sehr gut“ für die Keimbelastung.

Kann ich Leitungswasser verwenden?
In Verdunster, Luftwäscher und Verdampfer ja, sofern der Hersteller nichts anderes vorschreibt. In Ultraschallgeräten führt Leitungswasser zu Kalkstaub und Feinstaub in der Raumluft; dort ist destilliertes Wasser die bessere, aber teurere Wahl.

Wie viel Strom verbraucht ein Luftbefeuchter?
Verdunster und Luftwäscher brauchen 2 bis 32 Watt, das sind bei acht Stunden täglich über eine Heizsaison rund 1 bis 14 Euro. Verdampfer kosten bei gleicher Nutzung 64 bis über 200 Euro.

Darf ich ätherische Öle in den Luftbefeuchter geben?
Nicht in den Wassertank. Levoit und Philips untersagen Zusätze im Tank in ihren Anleitungen. Wenn das Gerät ein separates Aroma-Pad hat, gehört das Öl dorthin. Bei Kleinkindern rät das BfR zu besonderer Vorsicht.

Reinigt ein Luftwäscher die Luft wie ein Luftreiniger?
Nein. Venta selbst gibt nur die Bindung von Partikeln bis 10 Mikrometer an. Für Allergiker und gegen Feinstaub ist ein Luftreiniger mit HEPA-Filter die richtige Wahl.

Fazit der Redaktion

Kaufen Sie keinen Luftbefeuchter, bevor ein Hygrometer über mehrere Tage weniger als 30 bis 35 Prozent gezeigt hat. In vielen Wohnungen genügen Stoßlüften, ein Grad weniger Raumtemperatur und gelegentlich Wäsche auf dem Ständer. Wer danach weiter unter trockener Luft leidet, kauft einen Verdunster: Für Schlaf- und Arbeitszimmer den Beurer LB 300 Plus, für größere Wohnräume den Philips HU5710 oder den Stadler Form Oskar big, und wer nie wieder Filter bestellen möchte und das Hygienemittel akzeptiert, den Venta LW25.

Von Ultraschall-Verneblern raten wir ab, auch von bekannten Marken wie Levoit und Dreo. Ihr Preisvorteil von 50 bis 100 Euro wiegt das Keim- und Feinstaubrisiko nicht auf, und mit destilliertem Wasser sind sie im Unterhalt nicht mehr günstig. Der eine Satz, den Sie mitnehmen sollten: Ein Luftbefeuchter ersetzt kein Hygrometer, und 40 Prozent Raumfeuchte reichen.