693 FSME-Erkrankungen meldete das Robert Koch-Institut für das Jahr 2025 - das dritthöchste Niveau seit Beginn der Erfassung. Zwei neue Risikogebiete weist das RKI in seinem Epidemiologischen Bulletin 9/2026 aus: den Landkreis Nordsachsen und den Stadtkreis Halle (Saale). Damit gelten bundesweit 185 Land- und Stadtkreise als Risikogebiete. Während Apothekenregale jedes Frühjahr mit Insektensprays geflutet werden, bleiben die wichtigen Fragen offen: Welche Wirkstoffe schützen wirklich gegen Zecken? Wann ist die FSME-Impfung medizinisch sinnvoll - und wann reicht Vermeidungsverhalten? Was unterscheidet eine harmlose Hautreizung von der gefürchteten Wanderröte? Wir haben den RKI-Risikogebiete-Bericht 2026, den aktuellen Stiftung-Warentest-Vergleich von Mücken- und Zeckensprays sowie die STIKO-Empfehlungen ausgewertet. Sie wissen nach dem Lesen, ob Sie in einem Risikogebiet leben, wie Sie Zecken effektiv abwehren, was beim Stich zu tun ist und welche Symptome zum Arzt gehören.
Was sich 2026 bei den Risikogebieten geändert hat
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis - kurz FSME - ist eine Viruserkrankung des Gehirns und der Hirnhäute, die in Mitteleuropa fast ausschließlich durch Zeckenstiche übertragen wird. Das Robert Koch-Institut (RKI) führt seit 2007 eine offizielle Risikogebiete-Karte, die jährlich aktualisiert wird. Grundlage: Wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens ein Fall pro 100.000 Einwohner aufgetreten ist, wird er zum Risikogebiet erklärt. Die Aktualisierung 2026 wurde am 26. Februar 2026 im Epidemiologischen Bulletin 9/2026 veröffentlicht.
Die zwei neuen Gebiete des Jahres 2026 liegen außerhalb der traditionellen FSME-Hochburgen Bayern und Baden-Württemberg: der Landkreis Nordsachsen in Sachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Diese Ausweitung nach Norden und Osten setzt einen seit Jahren beobachteten Trend fort. Die FSME breitet sich systematisch in Regionen aus, die noch vor zehn Jahren als unbedenklich galten - Klimawandel, mildere Winter und längere Vegetationsperioden gelten als Haupttreiber.
Die geographische Verteilung der Risikogebiete bleibt jedoch klar: Der Großteil liegt in Süddeutschland. Bayern und Baden-Württemberg sind nahezu flächendeckend Risikogebiet; in Südhessen, Südostthüringen, Sachsen, südöstlichem Brandenburg und im östlichen Sachsen-Anhalt gibt es größere Risikoflächen. Einzelne Risikogebiete liegen außerdem in Mittelhessen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind weiterhin nahezu komplett risikofrei - was sich aber bei fortlaufender Klima-Erwärmung in den nächsten zehn Jahren ändern könnte.
Wichtig: Die offizielle Risikogebiete-Karte sagt nichts über die andere große Zecken-Gefahr aus - die Borreliose. Borreliose-Infektionen sind in ganz Deutschland möglich, mit besonders hohen Fallzahlen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Borreliose ist die mit Abstand häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Deutschland - jährlich rechnen Schätzungen mit 60.000 bis über 200.000 Infektionsfällen.
Was die FSME-Risikogebiete-Karte wirklich aussagt
Die offizielle Karte des RKI zeigt rund 185 Landkreise und kreisfreie Städte, in denen das Risiko für eine FSME-Infektion erhöht ist. Sie ist auf der Webseite des RKI als PDF und interaktive Anwendung verfügbar. Wer wissen will, ob sein Wohnort dazugehört, gibt die Postleitzahl ein und erhält die Information sofort.
Wichtig zur Interpretation: "Risikogebiet" bedeutet nicht, dass jede Zecke in dieser Region FSME-Viren trägt. Tatsächlich sind nur 0,1 bis 3,4 Prozent der Zecken in Risikogebieten infiziert - das schwankt regional erheblich. Außerhalb der Risikogebiete liegt die Quote nochmals deutlich niedriger. Trotzdem reicht ein einziger Zeckenstich einer infizierten Zecke, um die Krankheit zu übertragen, weil das Virus innerhalb von Minuten in den Speichel übergeht und sofort beim Stich übertragen wird (anders als bei der Borreliose, dazu später).
Die Karte unterscheidet drei Kategorien: Risikogebiete (mindestens ein Fall pro 100.000 Einwohner über fünf Jahre), Hochrisikogebiete (höhere Inzidenz, derzeit nur in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs definiert) und Nicht-Risikogebiete. Für die STIKO-Empfehlung zur Impfung gilt die einfache Risikogebiet-Definition: Wer dort wohnt oder sich regelmäßig aufhält und mit Zecken in Kontakt kommen kann, soll die Impfung erwägen.
So finden Sie Ihre PLZ auf der RKI-Karte
Die interaktive RKI-Karte ist über rki.de unter dem Stichwort FSME erreichbar. Eine PDF-Liste aller Risiko-Landkreise nach Bundesland steht im Epidemiologischen Bulletin 9/2026 zur Verfügung. Wer im Urlaub in unbekannte Regionen reist, sollte vorher die Karte für die jeweilige Region prüfen - auch in Österreich, Tschechien, Slowenien und in Teilen Skandinaviens gibt es ausgewiesene Risikoregionen.
FSME-Impfung: Wer braucht sie wirklich
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für vier klar abgegrenzte Gruppen. Wer in keine davon fällt, muss die Impfung nicht zwingend erwägen.
Gruppe 1 - Bewohner von Risikogebieten: Wer in einem der 185 ausgewiesenen Landkreise wohnt oder dort beruflich arbeitet, soll die Impfung in Anspruch nehmen, sofern Zeckenkontakt möglich ist. Krankenkassen übernehmen in Risikogebieten die Kosten der Schutzimpfung in der Regel vollständig.
Gruppe 2 - Regelmäßige Besucher: Wer sich häufig in Risikogebieten aufhält - etwa Wanderer, Camper, Mountainbiker, Sportangler oder Pilzsammler -, sollte ebenfalls geimpft sein. Hier zahlt die Krankenkasse in den meisten Bundesländern ebenfalls; ein direkter Wohnsitz im Risikogebiet ist nicht zwingend Voraussetzung.
Gruppe 3 - Beruflich Exponierte: Förster, Landwirte, Waldarbeiter, Bauarbeiter im Außenbereich, Mitarbeiter im Tier- und Naturschutz - bei beruflichem Zeckenkontakt zahlt nicht die Krankenkasse, sondern die zuständige Berufsgenossenschaft. Der Arbeitgeber muss in solchen Konstellationen die Impfung ermöglichen.
Gruppe 4 - Reisende in Risikogebiete im Ausland: Wer im Sommer nach Österreich, Tschechien, Slowenien, ins Baltikum oder nach Skandinavien reist und dort Wandern, Campen oder andere Outdoor-Aktivitäten plant, sollte sich impfen lassen. Die Erstimpfung sollte mindestens vier Wochen vor Reiseantritt erfolgen; bei Zeitnot ist ein Schnellimmunisierungs-Schema (Tag 0, Tag 7, Tag 21) möglich.
Die Standard-Impfung besteht aus drei Dosen: die ersten zwei im Abstand von ein bis drei Monaten, die dritte fünf bis zwölf Monate nach der zweiten. Damit ist der vollständige Schutz erreicht. Auffrischimpfungen sind alle drei bis fünf Jahre nötig, bei Personen über 60 Jahren alle drei Jahre. Verträglichkeit ist generell gut; typische Reaktionen sind leichte Rötung, Schwellung an der Einstichstelle und gelegentlich Müdigkeit oder Fieber. Schwere Nebenwirkungen sind extrem selten.
Borreliose: Die unterschätzte Gefahr
Während die FSME-Impfung schützt und FSME-Risikogebiete eindeutig kartiert sind, ist die Borreliose das größere statistische Risiko - vor allem deshalb, weil sie überall in Deutschland auftritt und es keine Impfung gibt. Borreliose wird durch Bakterien (Borrelia burgdorferi sensu lato) ausgelöst, die in den Zecken leben. Anders als das FSME-Virus werden Borrelien aber erst zwölf bis vierundzwanzig Stunden nach dem Zeckenstich übertragen - aus dem Darm der Zecke heraus, der sich erst beim Saugen aktiviert.
Daraus folgt die wichtigste Schutzregel: Je schneller eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer das Borreliose-Risiko. Wer innerhalb der ersten Stunden nach dem Stich die Zecke entfernt, hat eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken. Bei FSME hilft schnelles Entfernen nichts - das Virus geht beim Stich sofort über.
Das markanteste Frühsymptom der Borreliose ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans): eine ringförmige, randbetonte Hautrötung um den Zeckenstich, die sich über Tage langsam ausweitet. Sie tritt bei 89 Prozent der Erkrankten auf, im Schnitt sieben bis zehn Tage nach dem Stich. Wer eine solche Rötung entdeckt, sollte umgehend zum Hausarzt - eine Antibiotika-Therapie (meist Doxycyclin oder Amoxicillin über zwei bis drei Wochen) ist in diesem Stadium fast immer erfolgreich.
Bleibt die Borreliose unbehandelt, kann sie Wochen bis Monate später zu Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis), neurologischen Symptomen (Lyme-Neuroborreliose: Gesichtslähmung, Wurzelschmerzen, Hirnhautentzündung) oder Herzproblemen führen. Diese Spätstadien sind seltener, aber schwerer zu behandeln. Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und grippeartige Beschwerden, die ein bis vier Monate nach einem Zeckenstich auftreten, sollten ebenfalls ärztlich abgeklärt werden.

Was wirklich vor Zecken schützt
Schutz vor Zecken hat drei Ebenen: Verhalten, Kleidung und Sprays. Die Kombination aus allen drei ist deutlich wirksamer als ein einzelnes Element.
Verhalten: Zecken sitzen auf Gräsern, Sträuchern und niedrigem Gebüsch und werden durch CO2 und Wärme angelockt. Sie springen nicht, sondern werden abgestreift, wenn man sie berührt. Wer Wegränder, hohes Gras, dichtes Unterholz und feuchte Bodenvegetation meidet, reduziert das Risiko deutlich. Spielen oder Picknicken im Gras sollte in Risikogebieten möglichst auf Wegen oder kurzgemähten Wiesen erfolgen.
Kleidung: Lange, helle Kleidung (Zecken sind auf hellem Stoff besser sichtbar), Hosen in die Socken stecken, Hemd in die Hose - das sind Standard-Empfehlungen, die wirklich helfen. Festes Schuhwerk statt Sandalen, vor allem im Wald. Nach dem Aufenthalt: Kleidung gut ausschütteln, in der Maschine bei mindestens 60 Grad waschen (60 Grad tötet Zecken sicher; 30 Grad reicht nicht).
Sprays: Wirksame Repellentien enthalten einen der drei Wirkstoffe DEET, Icaridin oder PMD. Stiftung Warentest hat im Frühjahr 2026 zehn Produkte gegen Mücken und Zecken getestet. Testsieger wurde Anti Brumm "Forte" mit Note 1,7 - sehr guter Schutz gegen beide Insekten. Zweiter Platz: Mosquito Schutzspray mit Note 2,1. Auf Platz drei: Autan Protection Plus Multi-Insektenschutzspray (Note 2,2), das mindestens 5,5 Stunden gegen Mücken und sechs Stunden gegen Zecken schützt.
| Wirkstoff | Schutz | Empfohlen für | Vorsicht |
|---|---|---|---|
| Icaridin (20-30 %) | Mücken und Zecken | Heimischer Wald, Park, Wiese | Ab 1 Jahr in niedriger Konzentration erlaubt |
| DEET (25-50 %) | Mücken und Zecken | Tropische Reisen, sehr starker Schutz | Nicht für Kinder unter 2 Jahren, Kunststoff-empfindlich |
| PMD (Citriodiol) | Mücken und Zecken | Pflanzlich, gute Verträglichkeit | Nicht für Kinder unter 3 Jahren |
Für heimische Waldausflüge reicht Icaridin in 20-prozentiger Konzentration. Auf Tropenreisen (Dengue, Zika, Malaria) sollte DEET in 50-prozentiger Konzentration verwendet werden. Generell gilt: Spray dünn auf alle unbedeckten Hautstellen auftragen, alle drei bis sechs Stunden nachsprühen, nach Schwitzen oder Wasserkontakt erneuern. Hände nicht mit eingesprühten Hautstellen reiben, nicht in die Augen bringen, bei Kindern nicht auf die Hände auftragen.
Was nicht wirkt: Lavendel, ätherische Öle, "Hausmittel" wie Knoblauch oder Vitamin B, Ultraschall-Geräte, Klebebänder. Wissenschaftliche Studien zeigen für diese Methoden keinen oder nur sehr geringen Schutz. Stiftung Warentest hat in ihrem Test 2026 explizit darauf hingewiesen, dass viele als "natürlich" beworbene Produkte gegenüber synthetischen Wirkstoffen deutlich abfallen.

Zeckenstich: Was zu tun ist
Nach jedem Aufenthalt in Risikogebieten ist eine systematische Körperkontrolle Pflicht - bei Erwachsenen wie bei Kindern. Zecken bevorzugen weiche, warme Hautstellen: Knie- und Ellenbeugen, Achselhöhlen, Bauchnabel, Hinterkopf, Haaransatz, Genitalbereich. Bei Kindern auch Kopfhaut, Ohren und Halsbereich besonders prüfen.
Wird eine Zecke entdeckt, gilt: schnell, vollständig, ohne Zerquetschen entfernen.
Schritt 1 - Werkzeug bereitlegen: Eine Pinzette mit feinen Spitzen oder eine spezielle Zeckenkarte / Zeckenzange ist ideal. Fingernägel oder grobe Pinzetten quetschen die Zecke und erhöhen das Infektionsrisiko.
Schritt 2 - Greifen: Die Zecke möglichst hautnah am Kopfteil greifen, nicht am Körper. So vermeiden Sie, dass der Inhalt der Zecke in die Wunde gepresst wird.
Schritt 3 - Ziehen: Langsam, gleichmäßig, gerade nach oben herausziehen. Nicht drehen, nicht ruckartig zerren. Falls Mundwerkzeuge in der Haut zurückbleiben - kein Problem, sie werden vom Körper ausgestoßen.
Schritt 4 - Wunde versorgen: Einstichstelle desinfizieren (Alkohol, Jod), Datum und Stichlokalisation notieren oder fotografieren.
Schritt 5 - Beobachten: Die Stichstelle vier Wochen lang täglich beobachten. Bei Auftreten der Wanderröte (Erythema migrans) oder grippeartiger Symptome umgehend zum Arzt. Erwähnen Sie den Zeckenstich.
Was Sie nicht tun sollten
Keine Öle, kein Klebstoff, keine Cremes, kein Nagellack auf die Zecke - sie sondert dann verstärkt Speichel ab, das Infektionsrisiko steigt. Auch nicht mit dem Feuerzeug zu nahe kommen oder die Zecke zerdrücken. Hausmittel wie diese sind weit verbreitet, aber medizinisch nachweislich kontraproduktiv. Wer keine Pinzette zur Hand hat, sucht lieber eine Apotheke auf - die Entfernung dauert dort wenige Minuten und ist meist kostenlos.
Häufige Fragen
Werde ich nach einem Zeckenstich automatisch krank?
Nein. Selbst in Risikogebieten tragen nur wenige Zecken FSME-Viren oder Borrelien. Bei FSME erkranken etwa 30 Prozent der Infizierten überhaupt; davon verlaufen die meisten Fälle milde. Bei Borreliose hängt das Erkrankungsrisiko stark von der Saugdauer der Zecke ab - bei schnellem Entfernen (unter 12 Stunden) ist es sehr gering.
Kann ich mich selbst gegen FSME impfen lassen, auch wenn ich nicht in einem Risikogebiet wohne?
Ja, die Impfung ist medizinisch ohne Wohnsitzbeschränkung möglich. Allerdings übernimmt die Krankenkasse die Kosten in der Regel nur bei Aufenthalt in Risikogebieten oder Reisen dorthin. Privatpersonen außerhalb der Indikationsgruppen zahlen die Impfung selbst - rund 30 bis 50 Euro pro Dosis, also etwa 90 bis 150 Euro für die Grundimmunisierung.
Sind Zecken im Winter inaktiv?
Nicht mehr zuverlässig. Klassisch waren Zecken bei Temperaturen unter sieben Grad inaktiv. Milde Winter und einzelne warme Tage führen aber dazu, dass Zecken in vielen Regionen das ganze Jahr aktiv sind - mit Aktivitätsspitzen im Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober). Schutzmaßnahmen sind ganzjährig sinnvoll, vor allem bei Tagen über zehn Grad.
Helfen Hausmittel wie Kokosöl oder Lavendel gegen Zecken?
Studien zeigen einen begrenzten Effekt von Laurinsäure (Bestandteil von Kokosöl) gegen Zecken - aber deutlich schwächer als synthetische Wirkstoffe wie Icaridin oder DEET. Für einen Spaziergang auf einer kurzgeschnittenen Wiese kann es genügen; für einen Waldspaziergang im Risikogebiet ist es nicht ausreichend. Lavendelöl wirkt im Vergleich zu wissenschaftlich getesteten Wirkstoffen praktisch nicht.
Muss ich eine entfernte Zecke testen lassen?
In der Regel nicht. Auch wenn die entfernte Zecke nachweislich FSME-Viren oder Borrelien trug, bedeutet das nicht automatisch eine Infektion. Die meisten ärztlichen Leitlinien raten von einem Routine-Test der Zecke ab, weil das Ergebnis die Behandlung selten ändert. Wichtig ist die Beobachtung der Einstichstelle und das frühe Erkennen von Symptomen. Bei Wanderröte oder grippeartigen Beschwerden sofort zum Arzt.
Was zahlt die Krankenkasse, was nicht?
Die FSME-Impfung wird für Personen in Risikogebieten oder bei dienstlicher Exposition vollständig erstattet (Krankenkasse beziehungsweise Berufsgenossenschaft). Reiseimpfungen werden von vielen, aber nicht allen Krankenkassen erstattet - bei der eigenen Kasse nachfragen. Repellentien werden grundsätzlich nicht erstattet. Die Behandlung einer Borreliose mit Antibiotika ist eine Regelleistung der Krankenkasse.
Wie verändern sich Zecken durch den Klimawandel?
Mehrere Trends sind belegt: Zecken sind in höheren Lagen (über 1.500 Meter) zunehmend aktiv, die Aktivitätssaison verlängert sich um Wochen, neue Zeckenarten wie die Auwaldzecke und vereinzelt die Hyalomma-Riesenzecke (aus dem Mittelmeerraum eingewandert) treten in Deutschland auf. Hyalomma kann andere Erreger übertragen, ist aber bisher selten. Die FSME-Risikogebiete-Karte zeigt diese Veränderungen jährlich - die Ausweitung nach Norden und Osten ist eindeutig.
Sind die Zeckenarten in Deutschland alle gleich gefährlich?
Nein. Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist mit Abstand die häufigste Zecke und überträgt FSME und Borreliose. Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) breitet sich seit Jahren in Norddeutschland aus und überträgt unter anderem die Babesiose bei Hunden, kann aber auch Menschen stechen. Die seltene Hyalomma-Riesenzecke (eingeschleppt aus dem Mittelmeerraum) kann gefährliche Viren wie das Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber übertragen - bisher in Deutschland nur vereinzelte Funde, kein Anlass zur Panik.








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