Drei Geräte teilen sich den Testsieg bei Stiftung Warentest 2026 - eines davon kostet 125 Euro. Bosch fällt mit "mangelhaft" durch. Und der wichtigste Wert steht nicht auf der Verpackung. Wer einen Hochdruckreiniger kaufen will, steht vor einem Dschungel aus Bar-Zahlen, Modellvarianten und Zubehör-Paketen. Wir erklären, welche Technik den Unterschied macht, wo Sie gezielt sparen können - und welche Marketing-Versprechen Sie getrost ignorieren dürfen.

Was Stiftung Warentest 2026 zeigt - und was nicht

Im März 2026 hat Stiftung Warentest zwölf Elektro-Hochdruckreiniger zwischen 79 und 413 Euro getestet. Das Ergebnis überrascht in mehrfacher Hinsicht.

Drei Geräte teilen sich mit der Note 2,1 den Testsieg: der Kärcher K5 Premium Power Control Flex (393 Euro), der Nilfisk E 145.4-9 Power X-tra (396 Euro) - und der Lidl Parkside PHD 170 D2 für 125 Euro. Letzterer erreicht bei Haltbarkeit und Sicherheit sogar die Note "sehr gut". Auf Platz vier folgt der Kärcher K4 Power Control Flex (230 Euro, Note 2,2).

Am anderen Ende des Feldes: Bosch. Der UniversalAquatak 135 erhielt die Note 4,9 - "mangelhaft". Alle drei Testexemplare fielen im Dauertest aus: Schlauch durchgescheuert, Pumpendefekt, Motor durchgebrannt. Drei verschiedene Ausfallmodi bei drei Geräten - das deutet auf systematische Qualitätsprobleme hin, nicht auf Einzelfälle.

Die Testkriterien: Reinigung (45 Prozent), Handhabung (35 Prozent), Haltbarkeit (10 Prozent) und Umwelt/Gesundheit (10 Prozent). Was der Test allerdings nicht zeigt: Langzeithaltbarkeit über die simulierten 100 Betriebsstunden hinaus, Zubehör-Folgekosten und die technischen Unterschiede, die über Jahre den Unterschied machen.

Modell Preis Note Besonderheit
Kärcher K5 Premium Power Control Flex ~393 EUR 2,1 Testsieger, wassergekühlter Motor
Nilfisk E 145.4-9 Power X-tra ~396 EUR 2,1 Testsieger, Aluminiumpumpe
Lidl Parkside PHD 170 D2 ~125 EUR 2,1 Testsieger, Preis-Leistungs-Sensation
Kärcher K4 Power Control Flex ~230 EUR 2,2 Besonders leise
Kränzle Quickly ~413 EUR 2,5 Teuerstes Gerät, Made in Germany
Kärcher K2 Power Control ~104 EUR 2,7 Einstieg, eingeschränkte Reinigung
Bosch UniversalAquatak 135 ~175 EUR 4,9 Mangelhaft - alle Testgeräte defekt
Verschiedene Hochdruckreiniger aufgereiht in einer Garage, natürliches Tageslicht durch das Tor

Unsere Empfehlungen

Unsere Auswahl berücksichtigt neben Testergebnissen auch Langzeithaltbarkeit, Zubehör-Folgekosten und Praxiserfahrungen aus Nutzerforen. Hinweis: Der Lidl Parkside PHD 170 D2 wäre ebenfalls eine Top-Empfehlung, ist aber nur bei Lidl erhältlich - nicht über Amazon.

Unsere Empfehlung Kärcher Hochdruckreiniger K 5 Premium Power Control Flex Home, Druck: max. 145 bar, Fördermenge: 500 l/h, Fläche: 40 m²/h, Gewicht: 13,9 kg, Flex-Hochdruckschlauch, Dreckfräser, Strahlrohr, Home Kit

Kärcher K5 Premium Power Control Flex Home

Für regelmäßige Nutzer mit Terrasse, Auto und Einfahrt

389,12 € 456,51 € (-15%)

Testsieger bei Stiftung Warentest 2026 mit Note 2,1. Der wassergekühlte Induktionsmotor ist deutlich leiser und langlebiger als die Universalmotoren der kleineren Modelle. Das Home Kit mit Flächenreiniger spart den teuren Nachkauf.

  • Stärke: 145 bar, 500 l/h Fördermenge - die höchste Reinigungsleistung im mittleren Segment. Wassergekühlter Motor für lange Lebensdauer.
  • Besonderheit: Flex-Schlauchtrommel verhindert Knicke, Home Kit mit T5-Flächenreiniger inklusive. Haltbarkeit im StiWa-Test "sehr gut".
  • Einschränkung: Kunststoff-Pumpenkopf - nicht so langlebig wie Aluminium oder Messing. Proprietäres Quick-Connect-System bindet an Kärcher-Zubehör.
Haltbarkeits-Champion Nilfisk Hochdruckreiniger E 145 Bar Druck + Schaumsprüher (2100 W)

Nilfisk E 145.4-9 X-tra

Für Vielnutzer, die auf Langlebigkeit setzen

225,32 € 294,05 € (-23%)

Ebenfalls Testsieger bei Stiftung Warentest 2026 (Note 2,1) und Testsieger bei AUTO BILD 2025. Der entscheidende Vorteil gegenüber Kärcher: Nilfisk verbaut Aluminiumpumpen statt Kunststoff. Das bedeutet deutlich längere Lebensdauer bei regelmäßiger Nutzung.

  • Stärke: Aluminiumpumpe - verträgt Temperaturschwankungen und Druck besser als Kunststoff. Induktionsmotor, 2.100 Watt.
  • Besonderheit: "Lebenslange Garantie" auf Motor und Pumpe bei Registrierung innerhalb von 30 Tagen. Stihl-Hochdruckreiniger werden von Nilfisk gefertigt (OEM).
  • Einschränkung: Eigenes Click&Clean-Bajonettsystem - nicht kompatibel mit Kärcher-Zubehör. Weniger Zubehör-Auswahl als bei Kärcher.
Preis-Leistungs-Tipp Einhell Hochdruckreiniger TE-HP 170 (2.300 Watt, max. 170 bar, modulares Quick-Couple-System, inkl. Hochdruckschlauch, Pistole, Lanze, div. Düsen, Bürste, Sprühmittelbehälter)

Einhell TE-HP 170

Für Gelegenheitsnutzer mit gutem Zubehör-Bedarf

207,89 € 263,95 € (-21%)

2.300 Watt, 170 bar Maximaldruck und ein Lieferumfang, der bei Kärcher Hunderte Euro Aufpreis kosten würde: Flächenreiniger, Waschbürste, Turbo- und Flachstrahldüse sind alle dabei. Für 5 bis 15 Einsätze pro Jahr ein solides Arbeitstier.

  • Stärke: Umfangreichstes Zubehör ab Werk - kein teurer Nachkauf nötig. Quick-Couple-System für schnellen Düsenwechsel.
  • Besonderheit: 170 bar und 440 l/h Fördermenge zu einem Preis, für den Sie bei Kärcher nur einen K3 bekommen.
  • Einschränkung: Verarbeitung schwächer als Kärcher und Nilfisk - scharfe Plastikkanten, steifer Hochdruckschlauch. Universalmotor (Kohlebürsten) statt Induktionsmotor.

Technik-Check: Worauf es wirklich ankommt

Die Verpackung zeigt groß die Bar-Zahl. Dabei ist ein anderer Wert viel wichtiger für die Reinigungsleistung.

Fördermenge schlägt Druck. Druck löst den Schmutz, Wasser transportiert ihn ab. Ohne ausreichende Wassermenge bleibt der gelöste Schmutz auf der Oberfläche liegen. Bei identischem Arbeitsdruck von 100 bar hat ein Gerät mit 500 l/h fast die doppelte Reinigungsleistung eines Geräts mit 300 l/h. Eine Drucksteigerung von 100 auf 150 bar bei gleicher Fördermenge bringt dagegen kaum spürbaren Unterschied. Die Fördermenge steht im Kleingedruckten - dabei entscheidet sie mehr über das Ergebnis als der groß beworbene Bar-Wert.

Pumpentyp bestimmt die Lebensdauer. Fast alle Heimgeräte verwenden Taumelscheibenpumpen (Axialkolben). Die Unterschiede liegen im Material: Kunststoff-Pumpenköpfe (Kärcher K2-K5) halten 3 bis 5 Jahre bei pfleglichem Umgang. Aluminium (Nilfisk, Stihl) bringt es auf 5 bis 10 Jahre. Messing-Pumpenköpfe (Kränzle, Profi-Geräte) laufen 15 Jahre und länger. Die Information, aus welchem Material der Pumpenkopf besteht, finden Sie in keinem Datenblatt - sie ist eines der am besten versteckten Qualitätsmerkmale.

Motortyp macht den Unterschied bei Lautstärke und Haltbarkeit. Universalmotoren (Kohlebürsten) drehen schnell, sind laut und verschleißen die Bürsten über die Zeit. Induktionsmotoren sind leiser, langlebiger und oft wassergekühlt. Bei Kärcher beginnt der Induktionsmotor ab der K4-Klasse - und das ist auch der Grund, warum das Gewicht dort von 4,7 kg (K3) auf 11,4 kg (K4) springt. Dieser Sprung zeigt, wo die echte Materialverbesserung stattfindet.

Merkmal Einstieg (80-150 EUR) Mittelklasse (150-300 EUR) Oberklasse (300-500 EUR)
Druck (Arbeitsdruck) 80-100 bar 100-120 bar 120-150 bar
Fördermenge 300-380 l/h 400-450 l/h 450-600 l/h
Motor Universal, luftgekühlt Induktion, wassergekühlt Induktion, wassergekühlt
Pumpenmaterial Kunststoff Kunststoff/Aluminium Aluminium/Messing
Schlauchlänge 3-5 m 6-8 m 8-12 m
Lebensdauer ~80 Betriebsstunden 200-500 Stunden 500-1.000+ Stunden

Die ehrliche Vergleichsformel

Multiplizieren Sie Druck (bar) mit Fördermenge (l/h) - das ergibt einen groben Reinigungsindex. Beispiel: Der Kärcher K4 (130 x 420 = 54.600) reinigt nicht 38 Prozent besser als der K3 (120 x 380 = 45.600), sondern knapp 20 Prozent. Der K7 (180 x 600 = 108.000) hat dagegen die doppelte Reinigungsleistung des K4 - hauptsächlich wegen der höheren Fördermenge.

Marketing-Tricks: Was die Verpackung nicht verrät

Kein Hersteller lügt auf der Verpackung. Aber die Art, wie Zahlen präsentiert werden, führt systematisch in die Irre.

"Max. 180 bar" heißt nicht 180 bar. Hersteller bewerben den Maximaldruck - gemessen bei geschlossener Düse, also genau in dem Zustand, in dem kein Wasser fließt und keine Reinigung stattfindet. Der tatsächliche Arbeitsdruck liegt 15 bis 20 Prozent darunter. Ein Gerät mit "max. 200 bar" arbeitet real mit etwa 130 bar. Stiftung Warentest stellte bereits 2020 fest, dass die Herstellerangaben "für Verbraucher schwer prüfbar" sind.

Watt ist kein Leistungsindikator. 2.300 Watt klingen beeindruckend, sagen aber nichts über die Reinigungswirkung. Ein ineffizientes Gerät kann viel Strom ziehen und trotzdem wenig Reinigungsleistung bringen. Orientieren Sie sich an Fördermenge und Arbeitsdruck statt an der Wattzahl.

Die Kärcher-Modellnamen entschlüsselt. K2 bis K7 suggeriert fünf klar abgestufte Leistungsklassen. Die Realität: K2 und K3 unterscheiden sich minimal (110 vs. 120 bar, 360 vs. 380 l/h). Der echte Sprung passiert beim K4 - dort wechselt Kärcher von Universalmotor auf Induktionsmotor. Das Gewicht steigt von 4,7 auf 11,4 kg, und das ist der ehrlichste Indikator für den Qualitätsunterschied.

Suffix Bedeutung Aufpreis sinnvoll?
Home Inkl. Flächenreiniger-Aufsatz Ja - einzeln ca. 60 EUR
Premium Mit Schlauchtrommel Komfort, kein Leistungsunterschied
Power Control Druckanzeige an der Pistole Praktisch, kein Bluetooth nötig
Smart Control Wie Power Control + App + Bluetooth Fragwürdiger Mehrwert (50-100 EUR mehr)
Flex Flexibler Schlauch Komfort, kein Leistungsmerkmal

Keiner dieser Zusätze ändert etwas an Druck, Fördermenge oder Motor. Es handelt sich ausschließlich um Zubehör- und Komfortvarianten auf identischer technischer Basis.

Die Zubehör-Falle: Was der Basispreis verschleiert

Ein Kärcher K5 Power Control kostet 289 Euro. Klingt fair. Aber wer Terrasse, Auto und Einfahrt reinigen will, braucht einen Flächenreiniger (58 Euro) und eine Schaumdüse (14 Euro). Realer Preis: 361 Euro. Mit Rohrreinigungsset: 431 Euro. Der beworbene Basispreis verschleiert die Gesamtkosten um 25 bis 50 Prozent.

Kärcher setzt dabei auf ein geschlossenes Ökosystem: Das proprietäre Quick-Connect-System passt nur an Kärcher-Geräte. Nilfisk hat sein eigenes Click&Clean-Bajonett. Einen Kreuzadapter gibt es nicht - nur den Umweg über M22-Gewinde als Zwischenstufe. Wer einmal in ein System investiert hat, bleibt dort.

Der faire Vergleich: Nilfisk liefert beim Core 150 für rund 270 Euro bereits Flächenreiniger, Schaumsprüher und Bürste im Karton. Einhell packt beim TE-HP 170 für 208 Euro Flächenreiniger, Waschbürste, Turbo- und Flachstrahldüse dazu. Bei Kärcher erreichen Sie ein vergleichbares Gesamtpaket erst ab 330 Euro.

Reinigungsmittel: Kärcher droht mit Garantieverlust

In den Garantiebedingungen warnt Kärcher: "Die Verwendung von nicht Kärcher autorisierten Reinigungsmitteln kann zu Schäden führen" - und behält sich vor, Garantieansprüche abzulehnen. In der Praxis ist das ein psychologischer Lock-in: Handelsübliche Allzweckreiniger stellen kein technisches Risiko dar. Einfaches Spülmittel funktioniert für leichte Verschmutzungen. Nur ätzende oder stark schäumende Mittel können tatsächlich Schäden verursachen.

Hochdruckreiniger neben einem Eimer auf einer Terrasse mit Pflastersteinen, Morgenlicht

Sicherheit und Recht: Was Sie vor dem ersten Einsatz wissen sollten

Lärmschutz: Hochdruckreiniger erreichen 72 bis 90 dB(A) - lauter als ein Staubsauger, leiser als ein Rasenmäher. Die 32. BImSchV erlaubt den Betrieb werktags von 7 bis 20 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist der Einsatz in Wohngebieten ganztägig verboten. Bußgeld bei Verstößen: bis zu 5.000 Euro.

Autowaschen zu Hause: Es gibt kein bundesweites Verbot - aber auch keine bundesweite Erlaubnis. Entscheidend ist die kommunale Abwassersatzung. In vielen Kommunen in NRW, Niedersachsen und Baden-Württemberg ist die Autowäsche auf dem Privatgrundstück komplett untersagt. Andere erlauben sie eingeschränkt (nur klares Wasser, befestigter Boden, Anschluss an den Schmutzwasserkanal). Motorwäsche ist überall verboten. Bußgelder reichen je nach Bundesland von 50 bis zu 100.000 Euro. Fragen Sie vor dem ersten Mal bei Ihrer Gemeindeverwaltung nach.

Elektrische Sicherheit: Hochdruckreiniger müssen an einer FI-geschützten Steckdose (RCD, 30 mA) betrieben werden. Seit 2009 ist der FI-Schutz für alle neuen Außensteckdosen Pflicht. Ältere Häuser haben das oft nicht - ein mobiler FI-Zwischenstecker (30 bis 60 Euro) schafft Abhilfe. Verlängerungskabel ab 10 Meter Länge brauchen mindestens 2,5 mm² Querschnitt, und Kabeltrommeln müssen immer vollständig abgerollt werden.

Garantie im Vergleich: Kärcher bietet bei Online-Registrierung 5 Jahre Garantie. Nilfisk geht weiter: "Lebenslange Garantie" (30 Jahre) auf Motor und Pumpe bei Registrierung innerhalb von 30 Tagen. Bosch gibt 3 Jahre bei MyBosch-Registrierung. Die gesetzliche Gewährleistung (2 Jahre, beim Händler) besteht unabhängig davon.

Bosch UniversalAquatak 135: Kaufwarnung

Stiftung Warentest vergibt die Note 4,9 ("mangelhaft"). Alle drei Prüfgeräte fielen im Dauertest aus - mit drei verschiedenen Defekten (Schlauch, Pumpe, Motor). Das simulierte etwa 100 Betriebsstunden oder 10 Jahre normale Nutzung. Der Bosch UniversalAquatak 135 ist derzeit keine empfehlenswerte Wahl.

Pflege und Wartung: So hält Ihr Gerät doppelt so lang

Die häufigste Ursache für Totalschäden ist keine technische Schwäche - es ist vergessene Winterlagerung. Gefrierendes Wasser dehnt sich um 9 Prozent aus und sprengt Pumpe, Dichtungen und Ventile.

Winterfest machen (wichtigster Tipp überhaupt): Wasserfilter ausbauen und reinigen. Wasserzulaufschlauch abziehen. Gerät einschalten, Sprühpistole betätigen, bis kein Wasser mehr austritt. Frostfrei lagern - über 4 Grad Celsius. Wenn das nicht möglich ist: Frostschutzmittel auf Glykolbasis durchlaufen lassen.

Richtige Startprozedur: Immer erst den Wasserhahn aufdrehen und Wasser durchlaufen lassen, bis keine Luftblasen mehr kommen. Erst dann das Gerät einschalten. Trockenlauf zerstört die Dichtungen in Sekunden. Außerdem: Das Gerät nie länger als 5 Minuten im Leerlauf lassen - das Wasser in der Pumpe überhitzt.

Welche Oberflächen vertragen Hochdruck? Pflastersteine und Beton (120-150 bar, Flächenreiniger ideal), Autos (60-80 bar, nur Flachstrahl, mindestens 30 cm Abstand), Holzterrassen (maximal 85 bar, nur Flachstrahl, Vorsicht - Lignin wird ausgewaschen). Dachziegel: nie mit Hochdruck. Das Wasser wird unter die Ziegel gedrückt und verursacht Schimmel und Dämmschäden. Putzfassaden mit Wärmedämmung ebenfalls tabu.

Reparieren statt wegwerfen

Ein Dichtungssatz kostet 15 bis 40 Euro und lässt sich selbst einbauen. Ein neuer Hochdruckschlauch liegt bei 20 bis 80 Euro. Faustregel: Wenn die Reparatur weniger als 50 Prozent des Neupreises kostet, lohnt sie sich. Bei Geräten unter 150 Euro ist fast jede Werkstatt-Reparatur unwirtschaftlich. Bei Kränzle, Nilfisk Pro oder Stihl lohnt sich die Reparatur fast immer - diese Geräte halten 15 bis 20 Jahre, und Ersatzteile sind langfristig verfügbar.

Häufige Fragen

Ist der Lidl Parkside wirklich so gut wie Kärcher K5?
Im Stiftung-Warentest-Dauertest ja - beide erreichen die Note 2,1. Der Parkside PHD 170 D2 erhält bei Haltbarkeit und Sicherheit sogar "sehr gut". Die offene Frage ist die Langzeithaltbarkeit über die simulierten 100 Betriebsstunden hinaus. Für 10 bis 20 Einsätze pro Jahr ist der Parkside eine ausgezeichnete Wahl. Für intensive, regelmäßige Nutzung bieten Kärcher K5 und Nilfisk mehr Reserven.

Lohnt sich ein Kärcher K7 für Privatanwender?
Selten. Der K7 (180 bar, 600 l/h) ist für Flächen über 100 Quadratmeter konzipiert. Für eine normale Terrasse (20-40 m²) und ein Auto ist ein K4 oder K5 ausreichend - und wiegt 4 bis 6 kg weniger. Der K7 hat die doppelte Reinigungsleistung des K4, aber die meisten Privatanwender schöpfen das nicht aus.

Was ist besser - Kärcher oder Nilfisk?
In Nutzerforen ist der Tenor eindeutig: Nilfisk punktet bei Langzeithaltbarkeit. Die Aluminiumpumpen vertragen Temperatur- und Druckschwankungen besser als Kärchers Kunststoff. Stihl-Hochdruckreiniger werden übrigens von Nilfisk gefertigt - was die ähnlich hohe Qualität erklärt. Kärcher hat dafür das breitere Zubehör-Sortiment und die höhere Verfügbarkeit im Handel.

Brauche ich einen Flächenreiniger?
Wenn Sie Pflastersteine oder Terrassen reinigen: unbedingt. Der Flächenreiniger arbeitet spritzfrei und gleichmäßig - kein Nachbar wird nass, kein Fugenmoertel wird ausgewaschen. Ohne Flächenreiniger bleiben Streifen, und der Dreckfräser kann Fugensand auswaschen. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob er im Lieferumfang enthalten ist ("Home"-Varianten bei Kärcher, Standard bei Nilfisk Core und Einhell TE-HP).

Darf ich mein Auto zu Hause mit dem Hochdruckreiniger waschen?
Das hängt von Ihrer Kommune ab. Viele Gemeinden verbieten die Autowäsche auf dem Privatgrundstück, weil Öl, Bremsstaub und Reinigungsmittel ins Grundwasser gelangen können. Erlaubt ist sie mancherorts nur mit klarem Wasser auf befestigtem Boden mit Kanalanschluss. Fragen Sie beim Ordnungsamt nach - Bußgelder können empfindlich sein.

Wie lange hält ein Hochdruckreiniger?
Das hängt stark von der Preisklasse ab. Einstiegsgeräte unter 100 Euro sind für rund 80 Betriebsstunden ausgelegt - bei 20 Einsätzen pro Jahr zu je 30 Minuten sind das etwa 5 Jahre. Mittelklasse-Geräte (200-400 Euro) schaffen 200 bis 500 Betriebsstunden. Premium-Geräte (Kränzle, Nilfisk Pro) halten 1.000 Stunden und mehr. Der größte Feind der Lebensdauer ist nicht die Nutzung, sondern die falsche Winterlagerung.

Warum warnt Kärcher vor Fremd-Reinigungsmitteln?
In den Garantiebedingungen behält sich Kärcher vor, bei Verwendung "nicht autorisierter" Reinigungsmittel die Garantie abzulehnen. Technisch ist das kein Problem - handelsübliche Allzweckreiniger oder Spülmittel schaden dem Gerät nicht. Problematisch sind nur ätzende, stark saure oder übermäßig schäumende Mittel. Die Warnung dient primär dazu, den Verkauf eigener Reinigungsmittel zu fördern.

Kränzle - lohnt sich der Aufpreis?
Für Vielnutzer ja. Kränzle fertigt in Deutschland mit geschmiedeten Messing-Pumpenköpfen und liefert Ersatzteile auch für 20 Jahre alte Geräte. In Nutzerforen berichten Besitzer von problemlosem Betrieb seit den 1990ern. Im Stiftung-Warentest 2026 landete der Kränzle Quickly allerdings nur bei Note 2,5 - "befriedigend" bei Reinigung und Handhabung. Die Stärke liegt nicht in der Spitzenleistung, sondern in der Langlebigkeit.

Fazit der Redaktion

Der Hochdruckreiniger-Markt ist übersichtlicher, als die Modellvielfalt vermuten lässt. Die wichtigste Erkenntnis: Fördermenge schlägt Druck, und Aluminiumpumpe schlägt Plastik. Beides steht nicht groß auf der Verpackung.

Für die meisten Haushalte reicht ein Gerät in der 200-bis-400-Euro-Klasse für 10 bis 15 Jahre. Der echte Qualitätssprung passiert bei Kärcher zwischen K3 und K4 - dort wechselt der Motor von Kohlebürsten auf Induktion. Wer diesen Sprung investiert, kauft deutlich seltener nach.

Drei Empfehlungen, drei Strategien:

  • Bestes Gesamtpaket: Kärcher K5 Premium Power Control Flex Home - Testsieger, leise, langlebiger Motor, Flächenreiniger dabei.
  • Maximale Haltbarkeit: Nilfisk E 145.4-9 X-tra - Aluminiumpumpe, Induktionsmotor, "lebenslange" Garantie auf Pumpe und Motor.
  • Bester Einstieg: Einhell TE-HP 170 - das meiste Zubehör ab Werk, solide Leistung für den Preis.

Und der Geheimtipp, den Sie nicht auf Amazon finden: Der Lidl Parkside PHD 170 D2 für 125 Euro erreicht im Test dieselbe Note wie der dreimal so teure Kärcher K5. Für gelegentliche Nutzung - Terrasse im Frühjahr, Auto im Sommer - gibt es derzeit kein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Achten Sie auf die saisonalen Lidl-Angebote ab März.