Yeedi gehört zu Ecovacs - dem weltweit größten Saugroboter-Hersteller. Die Budget-Tochter sollte 2023 mit rotierenden Mopps und Selbstreinigungsstation den Markt aufmischen. Wir haben die Floor 3 Station über zwei Jahre im Alltag eingesetzt - auf Hartholz, Laminat und Fliesen, mit Tierhaaren und eingetrocknetem Ketchup. Hier ist, was nach über 30 Stunden Testlaufzeit wirklich übrig bleibt - und warum der aktuelle Preis ein Problem ist.
Ecovacs' Budget-Strategie: Was hinter Yeedi steckt
Yeedi wurde 2019 als Tochtermarke von Ecovacs gegründet - dem Unternehmen hinter der bekannten Deebot-Serie. Das Prinzip ist simpel: bewährte Ecovacs-Technik, abgespeckt und günstiger verpackt. Vergleichbar mit Xiaomis Poco-Marke oder Samsungs Galaxy-FE-Reihe. Basisstation-Teile, Seitenbürsten und Hauptbürsten sind zwischen Ecovacs und Yeedi oft baugleich. Der entscheidende Unterschied: Yeedi-Geräte verzichten auf Premium-Features wie LiDAR-Navigation und setzen stattdessen auf kamerabasierte Systeme.
Die Floor 3 Station wurde auf der IFA 2022 vorgestellt und kam Anfang 2023 auf den Markt. Die UVP lag bei 799 Euro - ambitioniert für eine Budget-Marke. Inzwischen ist Yeedi mit der M12- und M14-Serie weitergezogen, verkauft die Floor 3 Station aber weiterhin zum nahezu unveränderten Preis. Genau hier wird es interessant: Lohnt sich ein 2022er-Design im Jahr 2026 noch?
Ecovacs-DNA, Yeedi-Preis
Ecovacs-Komponenten bedeuten grundsolide Hardware. Aber: Yeedi-Geräte erhalten erfahrungsgemäß seltener Firmware-Updates und haben eine kürzere Software-Lebensdauer als die teureren Deebot-Modelle. Nach über zwei Jahren hat unsere Floor 3 Station kein einziges größeres Update mehr bekommen.
Technische Daten
| Eigenschaft | Yeedi Floor 3 Station |
|---|---|
| Saugleistung | 5.100 Pascal (4 Stufen) |
| Navigation | 3D-ToF-Sensor + Kamera (kein LiDAR) |
| Wischsystem | Zwei rotierende Mopps |
| Staubbehälter | 200 ml (kein Auto-Absaugen) |
| Wassertanks (Station) | Je 4 Liter (Frisch-/Schmutzwasser) |
| Akku | 5.200 mAh, bis zu 180 min Laufzeit |
| Höhe Roboter | 8,4 cm (besonders flach) |
| Masse Roboter | 35 x 35 x 8,4 cm, 4,1 kg |
| Masse Station | 46,6 x 44,5 x 45,3 cm |
| Steuerung | Yeedi-App, Google Assistant, Alexa |
| Marktstart | 2023 (IFA-Vorstellung 2022) |
| UVP | 799,99 Euro |
Design und Verarbeitung - auch nach zwei Jahren
Optisch macht die Floor 3 Station einiges her. Weißes Gehäuse, Roségold-Akzente an Station und Roboter, klare Linienführung. Die Basisstation ist mit 45 cm Höhe zu groß, um sie zu verstecken - aber sie sieht ansprechend genug aus, um offen im Raum zu stehen.

Der eigentliche Pluspunkt ist die Bauhöhe: Mit nur 8,4 cm ist der Roboter deutlich flacher als die meisten Konkurrenten mit LiDAR-Turm (typisch 9,5-10,5 cm). Unter niedrigen Sofas und Betten fährt die Floor 3 problemlos hindurch - ein Vorteil, der auch nach zwei Jahren noch zählt.
Was sich dagegen nicht bewährt hat: die Hochglanzoberfläche. Nach zwei Jahren zeigen sowohl der Roboter als auch der Deckel der Basisstation deutlich sichtbare Mikrokratzer. Eine matte Oberfläche wäre die bessere Wahl gewesen - ein Fehler, den viele Hersteller in dieser Preisklasse machen.
Tierbesitzer aufgepasst
Yeedi setzt bei der Hauptbürste auf eine Mischung aus Gummi und klassischen Borsten statt auf eine reine Vollgummi-Walze. Das bedeutet: Haare wickeln sich deutlich schneller ein als bei modernen Geräten. Wer Hunde oder Katzen hat, muss die Bürste mindestens einmal pro Woche manuell reinigen - auch nach zwei Jahren die größte Wartungs-Nerverei an diesem Gerät.

Navigation: ToF statt LiDAR - ein bewusster Kompromiss
Hier zeigt sich die Ecovacs-Strategie am deutlichsten. Während die Deebot-Modelle des Mutterkonzerns auf präzise LiDAR-Navigation setzen, bekommt Yeedi einen ToF-Sensor (Time of Flight) mit Kamera. Der Grund liegt auf der Hand: Yeedi soll den eigenen Premium-Modellen keine Konkurrenz machen.

In der Praxis bedeutet das: Der Roboter erstellt seine Karte in etwa zehn Minuten - das funktioniert ordentlich. Allerdings musste die Kartierung in unserem Test zweimal korrigiert werden, weil Räume falsch zugewiesen wurden. Im Vergleich zu LiDAR-Geräten sind die Karten weniger detailliert, und gelegentlich wirkt der Roboter in verwinkelten Bereichen kurzzeitig orientierungslos.
Die Hinderniserkennung per 3D-Kamera soll laut Yeedi Objekte ab 3 cm Höhe erkennen. Im Test funktionierte das bei größeren Gegenständen wie Schuhen zuverlässig. Kleine Objekte wie Lego-Steine wurden hingegen regelmäßig überfahren - besonders bei schlechten Lichtverhältnissen. Das ist allerdings ein Problem, das auch viele teurere Geräte haben. Eine Ausnahme bilden hier Modelle mit KI-gestützter Objekterkennung wie der Dreame L10s Ultra.
Der Vorteil der kamerabasierten Navigation: kein LiDAR-Turm, dadurch die flache Bauweise. Wer viele niedrige Möbel hat, profitiert davon täglich. Wer dagegen perfekte Kartierung und schnelle Raumerkennung braucht, ist mit einem LiDAR-Gerät besser bedient.
Saug- und Wischleistung im Praxistest
5.100 Pascal Saugleistung waren 2023 ein starker Wert. Inzwischen bieten Nachfolger wie der Yeedi M12 Pro+ 11.000 Pascal - mehr als das Doppelte. Trotzdem: Für den Alltagseinsatz auf Hartböden reicht die Saugkraft der Floor 3 Station nach wie vor aus. Auf Laminat, Fliesen und Hartholz hinterlässt der Roboter saubere Ergebnisse. In Ecken bleibt gelegentlich etwas Staub zurück - das ist bei den meisten Saugrobotern so und liegt an der runden Bauform.

Die eigentliche Stärke ist die Wischfunktion. Die beiden rotierenden Mopps waren 2022 noch eine Besonderheit - Yeedi gehörte mit der Vorgänger-Mop-Station zu den ersten Herstellern, die auf dieses Prinzip setzten. Im Gegensatz zu starren Wischplatten, die Schmutz eher verteilen als aufnehmen, schrubben die rotierenden Pads aktiv über den Boden. Im Test ließen sich damit selbst eingetrocknete Ketchup- und Marmeladenreste entfernen - ein Ergebnis, das starre Wischsysteme nicht liefern können.
Einschränkung bei Teppichen: Die Wischmopps müssen manuell abgenommen werden, bevor der Roboter Teppichböden anfährt. Neuere Modelle heben die Mopps automatisch an - ein Feature, das der Floor 3 Station fehlt und das im Alltag nervt, wenn Sie gemischte Bodenbeläge haben.
Beste Ergebnisse im Dauerbetrieb
Die Floor 3 Station spielt ihre Stärke bei täglicher Nutzung aus. Durch den kleinen Staubbehälter (200 ml) und die regelmäßige Mopp-Reinigung in der Station ist das Gerät als "wenig, aber oft"-Reiniger konzipiert. Einmal pro Woche den Roboter laufen lassen bringt schlechtere Ergebnisse als tägliche kurze Durchgänge.
Die Basisstation - Selbstreinigung mit einer großen Lücke
Das Herzstück des Systems ist die namensgebende Station. Nach jeder Reinigungstour - und zwischendurch bei größeren Flächen - kehrt der Roboter zur Station zurück. Dort werden die Mopps mit Frischwasser gespült, das Schmutzwasser in einen separaten 4-Liter-Tank abgepumpt und anschließend die Mopps mit 40 Grad warmer Luft getrocknet. Das verhindert Geruchsbildung und Bakterienwachstum.

Nach zwei Jahren funktioniert die Selbstreinigung der Mopps noch einwandfrei. Die Tanks lassen sich leicht entnehmen und reinigen, die Mopp-Wäsche ist gründlich, und die Heißlufttrocknung tut ihren Dienst. Die Mopps sehen nach regelmäßiger Stationsreinigung noch gut aus.
Aber: Die größte Schwäche des Geräts wird mit der Zeit immer deutlicher. Es fehlt eine automatische Staubabsaugung. Der 200-ml-Staubbehälter im Roboter muss manuell geleert werden - bei täglicher Nutzung alle ein bis zwei Tage. 2023 war das bei Geräten dieser Preisklasse noch akzeptabel. 2026 bieten praktisch alle Konkurrenten in der 400-Euro-Klasse eine Absaugstation, die den Staub automatisch in einen großen Beutel transferiert. Dass Yeedi die Floor 3 Station weiterhin für knapp 800 Euro listet, obwohl dieses Feature fehlt, ist schwer nachvollziehbar.
Fehlendes Auto-Absaugen - das größte Manko
In der Preisklasse um 800 Euro bieten aktuelle Geräte wie der Dreame L20 Ultra oder Roborock S8 MaxV Ultra Staubabsaugung, Mopp-Reinigung und Heißwasser-Wäsche in einer Station. Die Floor 3 Station kann nur Mopps waschen und trocknen. Für einen Neukauf 2026 ist das ein erheblicher Nachteil.
App und Account-Zwang
Die Yeedi-App erledigt ihren Job: Kartenverwaltung, Raum-Zuweisung, Reinigungspläne, No-Go-Zonen, Saugstärke pro Raum - alles vorhanden und funktional. Die Einrichtung über einen QR-Code unter dem Gehäusedeckel ist unkompliziert.
Kritisch ist der Account-Zwang. Ohne Yeedi-Konto mit E-Mail-Registrierung lässt sich der Roboter nicht über die App steuern. Wer den vollen Funktionsumfang nutzen will - und ohne App fehlen Kartierung, Zeitpläne und Raumsteuerung komplett - kommt daran nicht vorbei. Ein reiner Offline-Modus existiert nicht. Das ist branchenüblich, aber gerade bei einem Gerät mit Kamera an der Front sollte man sich bewusst sein, welche Daten hier potenziell übertragen werden.
Langzeit-Bilanz: Was hält - und was nicht
Nach über zwei Jahren im Dauereinsatz lässt sich klar trennen, was an der Floor 3 Station funktioniert und wo das Alter des Designs durchschlägt.
| Bewährt | Nicht bewährt |
|---|---|
| Wischleistung mit rotierenden Mopps - nach wie vor stark | Hochglanzoberfläche - nach 2 Jahren zerkratzt |
| Basisstation - Mopp-Wäsche und Trocknung funktionieren tadellos | Mischbürste statt Vollgummi - Haarwickel bleiben ein Dauerthema |
| Verarbeitung - nichts gelockert, nichts gebrochen | Kein Auto-Absaugen - 2026 ein klarer Nachteil |
| Flache Bauweise - fährt unter Möbel, die LiDAR-Geräte nicht erreichen | Keine Firmware-Updates mehr seit über einem Jahr |
| Saugleistung - für Hartböden ausreichend | Manuelle Mopp-Entfernung bei Teppichen - neuere Geräte heben Mopps automatisch an |
| Wassertanks (je 4 Liter) - seltenes Nachfüllen nötig | ToF-Kartierung - gelegentliche Fehlzuweisungen und unpräzise Karten |
Das Fazit nach zwei Jahren ist zweigeteilt: Die Hardware hält. Die Wischleistung überzeugt nach wie vor. Aber der Markt hat sich weitergedreht - und die Floor 3 Station steht auf dem Stand von 2022, während der Preis auf dem Stand von 2023 geblieben ist.
Häufige Fragen
Ist die Yeedi Floor 3 Station 2026 noch empfehlenswert?
Als Neugerät zum UVP von 799 Euro nicht mehr. Aktuelle Konkurrenten bieten für gleiches oder weniger Geld deutlich mehr Technik (LiDAR, Staubabsaugung, höhere Saugleistung). Finden Sie die Floor 3 Station im Angebot unter 350 Euro, ist sie als Wischroboter für Hartböden noch eine solide Wahl.
Funktioniert der Roboter auch ohne die Yeedi-App?
Nur eingeschränkt. An der Basisstation gibt es einen manuellen Startknopf. Aber Kartierung, Raum-Zuweisung, Zeitpläne und No-Go-Zonen sind nur über die App möglich - und die erfordert ein Yeedi-Konto.
Wie oft müssen die Wischmopps ausgetauscht werden?
Bei täglicher Nutzung und regelmäßiger Stationsreinigung halten die mitgelieferten Mopps etwa sechs bis acht Monate. Ersatz-Mopps sind über Amazon und den Yeedi-Shop erhältlich.
Kann die Floor 3 Station auch Teppiche reinigen?
Ja, aber nur saugen - nicht wischen. Die Wischmopps müssen vorher manuell abgenommen werden, sonst fährt der Roboter Teppiche nicht an. Neuere Modelle wie der Yeedi M12 Pro+ heben die Mopps automatisch an.
Gibt es Ersatzteile nach zwei Jahren noch?
Ja. Seitenbürsten, Hauptbürsten, Mopps und Filter sind weiterhin über Amazon und Drittanbieter erhältlich. Viele Teile sind zudem mit Ecovacs-Deebot-Modellen kompatibel, was die Ersatzteil-Versorgung absichert.
Wie laut ist die Basisstation bei der Mopp-Reinigung?
Deutlich hörbar - vergleichbar mit einer laufenden Waschmaschine im Schleudergang, allerdings nur für etwa drei bis fünf Minuten. Nachts kann das stören, wenn die Station im Schlafbereich steht.
Fazit der Redaktion
Die Yeedi Floor 3 Station war 2023 ein überzeugendes Gesamtpaket: starke Wischleistung, solide Verarbeitung, durchdachte Basisstation. In unserem über zweijährigen Praxistest hat sich die Hardware bewährt - die Wischleistung der rotierenden Mopps gehört auch 2026 noch zu den besseren am Markt, und die Basisstation funktioniert nach wie vor einwandfrei.
Das Problem liegt nicht beim Gerät, sondern beim Preis und beim Markt. Die Floor 3 Station wird weiterhin für knapp 800 Euro gelistet, obwohl ihr Auto-Absaugung, LiDAR-Navigation und automatisches Mopp-Anheben fehlen - Features, die 2026 ab 400 Euro Standard sind. Yeedi hat mit der M12- und M14-Serie längst Nachfolger im Sortiment, pflegt die Floor 3 Station aber offenbar nicht mehr aktiv (keine Firmware-Updates seit über einem Jahr).
Wer die Floor 3 Station bereits besitzt, hat ein zuverlässiges Gerät, das seinen Dienst noch lange tun wird. Wer jetzt neu kauft, sollte sie nur in Betracht ziehen, wenn der Preis deutlich unter 400 Euro liegt. Zum Listenpreis gibt es 2026 schlicht bessere Alternativen - auch aus dem eigenen Haus.








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