Ein Glasbehälter, ein Keramikkorb und ein Prüfbericht können beim Gerätekauf überzeugen. Sie beantworten aber unterschiedliche Fragen. Bei neuen Airfryern und Brotbackautomaten gehört „PFAS-frei“ inzwischen zum Verkaufsargument. Wir haben aktuelle Angaben von Fornello, COSORI und Ninja gelesen und zeigen, wie Sie den Umfang solcher Aussagen prüfen. Denn zwischen einem benannten Material und einem vollständig dokumentierten Gerät liegen mehrere Schritte.

Was dieser Artikel untersucht

Wir vergleichen öffentlich zugängliche Herstellerangaben und ordnen sie anhand von Behörden- und Fachquellen ein. Abrufstand: 23. September 2026. Dies ist kein Gerätevergleich mit eigenen Labor- oder Praxisergebnissen.

Bei „PFAS-frei“ zuerst nach dem Bauteil fragen

Stellen Sie sich vor, Sie vergleichen zwei Heißluftfritteusen. Bei der einen steht „PFAS-freier Glasbehälter“, bei der anderen „PFAS-freie Lebensmittelkontaktflächen“. Beide Aussagen können zutreffen. Ihr Umfang ist trotzdem verschieden: Die erste beschreibt ausdrücklich ein Gefäß, die zweite eine Gruppe von Oberflächen. Ob etwa der Einsatz dazugehört, auf dem die Lebensmittel liegen, muss sich aus der jeweiligen Erklärung ergeben.

Für Ihre Suche hilft deshalb eine kleine Teileliste. Beim Brotbackautomaten stehen Backform und Knethaken darauf, beim Airfryer Behälter und Crisper-Einsatz. Notieren Sie weitere Teile, die bei der vorgesehenen Verwendung mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Ordnen Sie anschließend jedem Teil die konkrete Herstellerangabe zu. Ein leeres Feld bedeutet zunächst eine offene Frage, keinen nachgewiesenen Schadstofffund.

Unsere redaktionelle Empfehlung: Bewahren Sie die genaue Modellnummer und die Materialaussage zusammen auf. Ein Name wie „Glas-Airfryer“ reicht für eine spätere Nachfrage nicht. Auch bei ähnlich benannten Varianten sollten Sie sich die Zuordnung bestätigen lassen. Was für ein einzelnes Modell dokumentiert ist, sollte nicht zur pauschalen Aussage über eine ganze Marke werden.

PFAS, PTFE und PFOA bezeichnen nicht dasselbe

PFAS ist der Oberbegriff für eine große Stoffgruppe. Dazu gehört auch PTFE, der Kunststoff klassischer Antihaftbeschichtungen. Das erläutert das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). PFOA bezeichnet dagegen einen bestimmten Stoff innerhalb dieser Gruppe. Daraus folgt: Eine Aussage über PFOA allein beantwortet nicht, ob andere PFAS enthalten sind.

Angabe im AngebotIhre nächste Frage
PFOA-freiWelche Aussage macht der Hersteller zu anderen PFAS einschließlich PTFE?
KeramikbeschichtungWie ist die Beschichtung spezifiziert, und gibt es eine ausdrückliche PFAS-Angabe?
PFAS-freier BehälterWelche Materialien und Nachweise gibt es für Einsätze und weitere Kontaktteile?
PFAS-freie LebensmittelkontaktflächenWelche Teile sind aufgelistet, und wie wurde diese Aussage abgesichert?
LaborgeprüftWelche Probe wurde auf welche Stoffe mit welcher Methode geprüft?

Formulieren Sie Ihre Nachfrage passend zum Angebot

Der folgende Helfer erstellt eine kurze Anfrage, die Sie um Hersteller und Modell ergänzen können. Er prüft keine chemische Zusammensetzung und vergibt kein Sicherheitssiegel. Wählen Sie aus, welche Unterlagen Sie bereits gefunden haben. Der Text wird hier angezeigt; es wird keine Nachricht verschickt.

Fragenhelfer für Materialangaben

Aus drei Angaben wird eine konkrete Nachfrage.

Drei aktuelle Beispiele zeigen unterschiedliche Aussageumfänge

Die folgenden Geräte illustrieren, wie Hersteller ihre Materialangaben aufbauen. Die Auswahl ist keine Rangliste. Ein Brotbackautomat und ein Airfryer erfüllen ohnehin verschiedene Aufgaben. Entscheidend ist hier, wie genau eine Aussage zum beschriebenen Produkt passt und welche Fragen danach noch zu klären sind.

Fornello Supremo: Konkrete Prüfangaben zur keramischen Backform

Fornello ergänzt die PFAS-Angabe beim Supremo um öffentlich zugängliche Informationen zur Prüfung seiner keramischen Backform. Im Küchenlabor des Herstellers finden Interessierte eine Zusammenfassung mit Prüfinstitut, Berichtsnummer, Datum und untersuchtem Bauteil. Das macht die Grundlage der Materialaussage für Käufer nachvollziehbarer.

Die Herstellerzusammenfassung, Seiten 4 und 6, nennt den Intertek-Bericht GZHH00640412 vom 10. April 2026. Demnach wurde Beschichtung aus Backformen zweier Geräte auf 679 PFAS untersucht; für diese Stoffe nennt Fornello das Ergebnis „nicht nachgewiesen“. Wer die Details prüfen möchte, kann laut Dokument die vollständigen Originalberichte anfragen.

Unsere Einordnung: Diese konkreten Prüfangaben sind eine hilfreiche Grundlage für eine informierte Kaufentscheidung. Für eine vollständige Betrachtung der Kontaktteile lässt sich ergänzend klären, wie der Knethaken in der Dokumentation erfasst ist. Wie sich die keramische Backform beim Backen, Entnehmen und Reinigen bewährt, ist die interessante Anschlussfrage für einen gesonderten Praxistest.

COSORI ICONIC Dual: eine ausdrückliche Liste der Oberflächen

In seinem Materialratgeber nennt COSORI beim ICONIC Dual den Garraum, die Crisper-Platte sowie Innen- und Außenseiten der Körbe. Platte und Korbinnenseiten beschreibt das Unternehmen als keramisch beschichtet, die Außenseiten als emailliert; die genannten Bereiche sollen PFAS-frei sein. Damit ist die Aussage konkreter zugeordnet als ein einzelnes Schlagwort am Produktnamen.

Unsere Anschlussfrage: Welche Prüfunterlagen passen zu dieser Teileliste und zur angebotenen Modellversion? Die Liste macht den beanspruchten Umfang nachvollziehbar. Sie ersetzt für unsere Dokumentenprüfung aber keinen Bericht mit Proben, Verfahren und Ergebnissen. Auch „Keramik“ allein behandeln wir nicht als Nachweis: COSORI weist selbst darauf hin, dass Beschichtungsart und PFAS-Angabe getrennt zu lesen sind.

Ninja CRISPi DualZone: Glasbehälter und Einsätze getrennt lesen

Ninja führt die CRISPi DualZone DD102EUIV2 auf seiner deutschen Produktseite. Dort bezieht sich die PFAS-Angabe ausdrücklich auf die CleanCrisp-Glasbehälter. Die Beschreibung nennt außerdem herausnehmbare Crisper-Gittereinsätze, auf denen die Speisen liegen können.

Unsere Anschlussfrage: Welche Materialerklärung und welche Prüfunterlagen gelten für diese Einsätze? Die Aussage zum Glas übertragen wir nicht automatisch auf Zubehör. Das ist kein Befund gegen das Gerät, sondern eine Frage zum Umfang der ausgewerteten Produktbeschreibung. Ebenso wenig wäre es richtig, Angaben anderer CRISPi-Varianten ohne Bestätigung auf dieses Modell zu übertragen.

Unbeschriftete Glasform und Metallrost auf einer Küchenarbeitsplatte
Behälter und Einsatz sind getrennte Bauteile. Für die Materialprüfung sollten beide in der Dokumentation auftauchen. Symbolbild, KI-generiert.

Ein guter Prüfbericht braucht mehr als ein grünes Häkchen

Ein Laborname auf einer Verkaufsseite kann der Ausgangspunkt einer Prüfung sein. Für eine nachvollziehbare Einordnung brauchen Sie jedoch den Bezug zum Produkt. Die Frage lautet nicht nur, ob irgendeine Probe geprüft wurde, sondern welche und wofür das Ergebnis gelten soll. Wir empfehlen, Unterlagen in dieser Reihenfolge zu lesen:

  1. Probe identifizieren: Suchen Sie nach Modell, Bauteil, Materialbezeichnung und möglichst einem Foto oder einer eindeutigen Probenkennung. Fragen Sie nach, wenn nur eine Beschichtungsrezeptur genannt ist, Sie aber ein fertiges Zubehörteil beurteilen möchten.
  2. Prüfauftrag verstehen: Notieren Sie, ob einzelne Stoffe, ein Summenparameter oder mehrere Verfahren untersucht wurden. Ein bestandenes Prüfkriterium sollte in Worten erklärt werden können.
  3. Ergebnis samt Messgrenze lesen: Übernehmen Sie Angaben wie „nicht nachgewiesen“ zusammen mit der zugehörigen Grenze. Machen Sie daraus keine von Methode und Messbereich unabhängige Null-Aussage.
  4. Zuordnung zur heutigen Ware klären: Fragen Sie, ob Material, Lieferant oder Herstellung seit der Prüfung verändert wurden und wie der Anbieter die fortbestehende Übereinstimmung sicherstellt.
  5. Fehlende Seiten ergänzen: Lesen Sie Anhänge, Stofflisten und Einschränkungen mit. Ein einzelner Ergebnisausschnitt ist für diese Prüfung weniger hilfreich als das vollständige Dokument.

Die fachliche Grundlage für diese Vorsicht ist keine Besonderheit einer Marke. Der ASTM-Leitfaden F3700-25 beschreibt Grenzen verschiedener Methoden zur PFAS-Untersuchung von Produkten. Messungen von Fluorparametern sind dabei nur Annäherungen an den PFAS-Gehalt; die Methode muss zum Untersuchungsziel passen. Intertek erläutert ebenfalls, warum unterschiedliche Analyseansätze Stärken und Grenzen haben und für eine umfassende Beurteilung kombiniert werden können.

Daraus ergibt sich unsere praktische Einordnung: Weder eine lange Stoffliste noch ein einzelner Summenwert sollte isoliert zum umfassenden Gütesiegel werden. Wenn Sie einen Bericht nicht beurteilen können, bitten Sie den Anbieter um eine verständliche Erklärung des Geltungsbereichs. Sie müssen als Käufer keine Laboranalyse rekonstruieren. Der Hersteller sollte aber erklären können, wie seine konkrete Werbeaussage durch die Unterlagen gestützt wird.

Die entscheidende Unterscheidung

„In dieser Probe unter diesen Prüfbedingungen nicht nachgewiesen“ und „jedes Teil dieses Geräts enthält keinerlei PFAS“ sind unterschiedlich weitreichende Aussagen. Fragen Sie nach der Verbindung zwischen Prüfergebnis und Produktversprechen. Fehlt diese Verbindung in Ihren Unterlagen, bleibt die Aussage für Sie unvollständig belegt.

PFAS vermeiden und ein vorhandenes Gerät sicher benutzen

Wer bei einer Neuanschaffung auf bestimmte Materialien verzichten möchte, darf dieses Kriterium setzen. Daraus folgt aber nicht, dass jede vorhandene PTFE-Beschichtung beim normalen Gebrauch eine Gesundheitsgefahr darstellt. Das BfR zu PTFE-beschichtetem Koch-, Back- und Bratgeschirr erwartet bei bestimmungsgemäßer Verwendung ohne Überhitzen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Das Institut warnt vor starkem Überhitzen: Oberhalb von etwa 360 Grad Celsius kann PTFE gesundheitsschädliche Dämpfe freisetzen. Beschichtetes Geschirr sollte deshalb nicht leer stark erhitzt werden. Halten Sie sich bei Geräten an die Gebrauchsanleitung und setzen Sie Aussagen zu einer Pfanne auf der Herdplatte nicht ungeprüft mit der Verwendung eines geregelten Küchengeräts gleich.

Die Umweltfrage bleibt davon getrennt. Die EU-Kommission begründet ihre PFAS-Maßnahmen unter anderem mit der großen Beständigkeit der Stoffe und langfristigen Belastungen. Eine Bewertung der vorgesehenen Nutzung zu Hause beantwortet also nicht sämtliche Fragen zu Herstellung und Entsorgung.

Für die Kaufentscheidung heißt das aus unserer Sicht: Lassen Sie sich weder mit einem pauschalen Entwarnungsversprechen noch mit einem pauschalen Angstargument zum schnellen Neukauf drängen. Prüfen Sie zunächst, was Ihnen am vorhandenen Gerät fehlt und welche Eigenschaften Sie beim Ersatz wirklich benötigen. Materialnachweise sind ein Kriterium neben Handhabung, Reparierbarkeit und Alltagstauglichkeit.

Aus der EU-Debatte folgt kein pauschales Austauschdatum

Die EU-Kommission beschreibt eine breite PFAS-Beschränkung auf ihrer aktuellen Informationsseite weiterhin als Vorhaben auf Grundlage der ECHA-Bewertung. Daraus lässt sich kein fester Termin ableiten, an dem sämtliche PTFE-beschichteten Küchengeräte verboten wären. Regeln für einzelne Stoffe oder Lebensmittelverpackungen haben jeweils ihren eigenen Anwendungsbereich.

Was bedeutet das für Sie als Verbraucher?

Ein vorgeschlagenes Verbot ist keine Aufforderung, Ihr Küchengerät sofort auszutauschen. Wenn ein Angebot mit einem angeblich unmittelbar bevorstehenden Verbot wirbt, lassen Sie sich die konkrete Vorschrift und ihren Geltungsbereich nennen. Prüfen Sie, ob sie tatsächlich das angebotene Gerät betrifft. Ein pauschaler Verweis auf „neue EU-Regeln“ ersetzt diese Zuordnung nicht.

Die offenen Fragen für einen späteren Praxistest

Materialunterlagen beantworten nicht, wie angenehm ein Gerät nach wiederholter Nutzung zu reinigen ist. Umgekehrt kann ein sauber gebackenes Brot keinen chemischen Nachweis liefern. Für künftige Praxistests würden wir beide Ebenen deshalb getrennt dokumentieren. Die folgenden Punkte sind unsere Prüfagenda, keine bereits beobachteten Ergebnisse.

PrüffeldWas wir festhalten würdenWas daraus nicht folgt
Lösen und EntnehmenRezept, Menge, Programm und nötige Handgriffe bei mehreren DurchläufenKeine Aussage über die chemische Zusammensetzung
ReinigungZeitaufwand und Rückstände nach Reinigung gemäß AnleitungKeine Vorhersage jahrelanger Haltbarkeit
Bauteile im AlltagGewicht, Griffkomfort, Abstellen und sicheres EntnehmenKein Laborvergleich der Materialien
OberflächeFotografisch dokumentierter Zustand vor und nach definierter NutzungKein Schadstoffbefund allein durch sichtbare Spuren
ErsatzteileBestellbarkeit, Preis und eindeutige Modellzuordnung von Form, Korb oder EinsatzKeine Zusicherung künftiger Lieferbarkeit

Interessant wäre beispielsweise ein Vergleich zweier Geräte bei identischem Gargut und vergleichbarer Füllung. Dazu würden wir nicht nur das Ergebnis fotografieren, sondern auch die anschließende Reinigung dokumentieren. Bei einem Brotbackautomaten wären Rezept und Teigmenge festzuhalten, bevor sich das Lösen aus der Form sinnvoll vergleichen lässt. Das verhindert, dass ein zufällig gelungenes Essen zur allgemeinen Materialempfehlung wird.

Weicher Schwamm und gereinigte Glasform am Spülbecken einer Küche
Reinigungsaufwand lässt sich im Praxistest beobachten. Ob eine Beschichtung bestimmte Stoffe enthält, braucht andere Nachweise. Symbolbild, KI-generiert.

Vor dem Kauf vier Dinge festhalten

Schreiben Sie die genaue Modellnummer, die erfassten Bauteile, die zugehörigen Unterlagen und die noch offene Frage auf. So können Sie Angebote anhand derselben Kriterien vergleichen. Wenn ein Anbieter eine präzise Antwort nachreicht, ergänzen Sie Ihre Notiz. Bleibt die Antwort allgemein, wissen Sie zumindest, welcher Punkt für Ihre Entscheidung offen ist.

Bewerten Sie außerdem, ob ein einzelnes Verschleißteil ersetzt werden kann. Lassen Sie sich die passende Artikelnummer nennen und prüfen Sie, ob diese tatsächlich zum gewünschten Modell gehört. Für uns wäre eine nachvollziehbare Ersatzteillösung ein Argument in der Kaufabwägung. Das ist eine redaktionelle Präferenz, kein Beweis für bessere Materialeigenschaften.

Weitere Kriterien zu Programmen, Fassungsvermögen und Bedienung finden Sie in unseren Übersichten zu Brotbackautomaten und Heißluftfritteusen. Die Materialfrage sollte dort mitgedacht werden, aber nicht alle anderen Anforderungen verdrängen. Ein Gerät, das für Ihren Alltag unpraktisch ist, wird durch eine einzelne Materialangabe nicht automatisch zum passenden Kauf.

Welche Unterlagen und Geräte wir genauer prüfen möchten

Für weitere Beiträge interessieren uns nachvollziehbar dokumentierte Alternativen: mit Teileliste, zur Modellversion passenden Prüfunterlagen und Informationen zu Ersatzteilen. Hersteller können uns Materialunterlagen und Seriengeräte zur redaktionellen Prüfung anbieten. Besonders interessant sind offene Fragen zu Reinigung, Verschleiß und Handhabung. Eine Einsendung garantiert weder einen Beitrag noch ein positives Urteil; Materialbefunde und eigene Praxisbeobachtungen werden getrennt ausgewiesen.