Balkonkraftwerke: Weniger Bürokratie für mehr Solarstrom

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Die Bundesregierung plant, den Betrieb und die Installation von Balkonkraftwerken zu vereinfachen. Mit dem »Solarpaket 1« sollen über 50 bürokratische Hürden abgebaut werden. Dadurch soll es für Hausbesitzer und Mieter attraktiver werden, selbst Solarstrom zu produzieren. Die Änderungen betreffen unter anderem die Anmeldung, die erlaubte Leistung und den Betrieb von Photovoltaikanlagen auf Balkonen und Terrassen.

Vereinfachte Anmeldung geplant

Bislang müssen sich Betreiber eines Balkonkraftwerks umständlich beim Netzbetreiber anmelden. Diese Pflicht soll künftig entfallen. Stattdessen soll eine einfache Registrierung bei der Bundesnetzagentur genügen. Zudem ist geplant, dass die PV-Anlagen mit einem handelsüblichen Stecker angeboten werden können. Allerdings muss dafür zunächst eine technische Norm geändert werden. Mit den geplanten Änderungen will die Regierung den Papierkram bei der Anmeldung deutlich reduzieren.

Die Registrierungspflicht beim Netzbetreiber verursacht derzeit großen bürokratischen Aufwand für die Betreiber von Balkonkraftwerken. Durch die geplante Umstellung auf eine einfache Registrierung bei der Bundesnetzagentur soll dieser Aufwand verringert werden. Auch die geplante Zulassung von Steckeranschlüssen soll die Installation vereinfachen, sobald die technischen Normen angepasst sind. Insgesamt zielen die Maßnahmen darauf ab, die Anmeldung von Balkonkraftwerken mit sehr geringem bürokratischem Aufwand zu ermöglichen.

Höhere Leistung soll erlaubt werden

Derzeit dürfen Balkonkraftwerke maximal 600 Watt Leistung haben. Künftig soll diese Grenze auf 2000 Watt angehoben werden. Allerdings darf die Leistung des Wechselrichters dann maximal 800 Watt betragen. Mit der höheren erlaubten Leistung sollen die Anlagen für mehr Hausbesitzer attraktiv werden. Sie können dann einen größeren Anteil ihres Strombedarfs selbst decken.

Die geplante Anhebung der erlaubten Leistung auf 2000 Watt ist eine Verdreifachung gegenüber dem aktuellen Limit von 600 Watt. Dies wird dazu führen, dass Hausbesitzer mit einer Balkonanlage einen deutlich höheren Anteil ihres eigenen Stromverbrauchs decken können. Allerdings begrenzt die neue Obergrenze von 800 Watt für den Wechselrichter die mögliche Gesamtleistung etwas. Trotzdem wird dies die Attraktivität von Balkonkraftwerken stark erhöhen, da die Eigenstromversorgung effizienter möglich wird. Insgesamt ein klarer Anreiz für Hausbesitzer, in diese Anlagen zu investieren.

Vereinfachungen beim Betrieb

Auch der Betrieb von Balkonkraftwerken soll vereinfacht werden. Übergangsweise sollen die Anlagen mit normalen Stromzählern betrieben werden können. Bei der Einspeisung dreht sich der Zähler dann rückwärts, sodass man weniger Strom bezahlen muss. Außerdem ist geplant, bürokratische Vorgaben für Solaranlagen in Mehrfamilienhäusern zu streichen. Stattdessen soll ein neues Modell der »Gebäudeversorgung« eingeführt werden.

Die geplante Zulassung des Betriebs mit normalen Stromzählern vereinfacht den Betrieb von Balkonkraftwerken enorm. Die Einspeisung wird über die Rückwärtsdrehung des Zählers abgerechnet, ohne dass spezielle Smart Meter erforderlich sind. Zusammen mit der geplanten Streichung bürokratischer Vorgaben bei Mehrfamilienhäusern durch das neue Versorgungsmodell wird der Betrieb wesentlich einfach und kostengünstiger. Hier werden klar bürokratische Hindernisse abgebaut, die den privaten Betrieb von Solaranlagen erschwert haben.

Regierung will Solarenergie ausbauen

Mit den geplanten Änderungen möchte die Regierung den Ausbau der Solarenergie vorantreiben. Bis 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch auf 80 Prozent steigen. Der Zubau an Photovoltaik lag 2021 bereits bei 7,5 Gigawatt. Bis Juli 2022 kamen noch mal über 7,5 Gigawatt dazu. Mit dem »Solarpaket 1« soll dieser Trend weiter gefördert werden.

Die ambitionierten Ausbauziele für den Anteil erneuerbarer Energien machen deutlich, dass die Bundesregierung die Solarenergie massiv voranbringen will. Der bereits starke Zubau an Photovoltaik in den letzten Jahren zeigt das große Potenzial. Mit dem Abbau bürokratischer Hürden durch das Solarpaket sollen jetzt die richtigen Anreize für Bürger und Unternehmen geschaffen werden, noch stärker in Photovoltaik zu investieren. Die Maßnahmen zielen also darauf ab, durch Vereinfachung die Rahmenbedingungen für den Ausbau der Solarenergie in Deutschland erheblich zu verbessern.

Fazit

Die geplanten Regeländerungen sollen es Bürgern erleichtern, selbst Solarstrom zu produzieren. Durch weniger Bürokratie bei Anmeldung und Betrieb sowie eine höhere erlaubte Leistung werden Balkonkraftwerke attraktiver. Damit will die Regierung die Energiewende und den Ausbau der Solarenergie vorantreiben.

Daniel Novak - Verbraucher.Online
Daniel Novak mag es überhaupt nicht, minderwertige Produkte zu kaufen. Deshalb hat er Verbraucher.Online ins Leben gerufen, eine Plattform für Gleichgesinnte, die auf qualitativ hochwertige Produkte Wert legen. Hier arbeitet er daran, Verbraucher.Online zu einem vertrauenswürdigen Ratgeber für anspruchsvolle Konsumenten zu machen und schreibt hauptsächlich zum Thema Solargeneratoren und Notstromaggregate.

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